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10. ITK-Forum Mittelstand – Interview mit Josef Spitzlberger, IT-Leiter des Bayerischen Rundfunks

Das 10. ITK-Forum Mittelstand am 25. Oktober in München steht im Zeichen strategischer Impulse für praxisnahe zukunftsorientierte Perspektiven. Gemeinsam mit hochkarätigen Referenten diskutieren Veranstalter und Gäste über Zukunftsstrategien und Trends für Ihre Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in dem branchenübergreifendem Austausch und der Stärkung des eigenen Netzwerkes. Heute im Interview: Josef Spitzlberger, IT-Leiter des Bayerischen Rundfunks (CIO), zu seinem Vortragsthema „BR.connected – Serviceorientierte IT-Architektur zur Vernetzung der Systeme einer Rundfunkanstalt“.

Guten Tag Herr Spitzlberger, Sie sind CIO und Leiter der Hauptabteilung Informationstechnik für die IT der viertgrößten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, den Bayerischen Rundfunk in München. Mit welchen große Änderungen in der IT-Landschaft des BR sind Sie derzeit vor allem konfrontiert?

Am dominantesten sind derzeit wohl die Themen Vernetzung und Mobilität. In meinem Vortrag werde ich näher auf die Implikationen eingehen, aber so viel vorweg: Die Medienschaffenden sind viel unterwegs und wollen natürlich am liebsten auf alle Systeme orts- und zeitunabhängig zugreifen. Dafür suchen wir permanent nach besseren und komfortableren Methoden in die wir auch die Geräteklassen SmartPhones und Tablets einbeziehen. Durch die Vielzahl der freien Mitarbeiter ist auch das Thema BYOD seit langem ein Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigen.

Sie sprechen auf dem ITK-Forum Mittelstand über serviceorientierte IT-Architektur zur Vernetzung der Systeme einer Rundfunkanstalt. Wie ist hier derzeit die Ausgangslage und wie ist das Ziel definiert?

Historisch gewachsen sind Hörfunk, Fernsehen und Online weitgehend unabhängig in ihrer Contenterstellung. Die fortschreitende Vermischung dieser Ausspielwege erfordert den intensiven Austausch von Planungsdaten und Essenzen (Video-, Audio-, Bild- und Textdateien) zwischen diesen Bereichen. Daneben müssen zu all diesen Geschäftsobjekten, wie wir die Essenzen nennen, die Lizenzinformationen, also in welchen Medien dürfen die Essenzen unter welchen Voraussetzungen genutzt bzw. gesendet werden, schnell und umfassend verfügbar sein.

Was hat sich hierbei als größte Schwierigkeit herausgestellt? Haben Sie hierfür schon eine Lösung?

Die derzeit eingesetzten Systeme sind ebenfalls historisch gewachsen und an einigen Stellen auch etwas betagt. Wir mussten also eine Möglichkeit finden, die Systeme nach und nach an die neue vernetzte Welt anschließen zu können und gleichzeitig sicherstellen, dass diese Migrationsmethode keine Unterbrechungen verursacht, die Sendungen gefährden kann.

Kann man von dieser Entwicklung und Herausforderung Parallelen für Unternehmen der Privatwirtschaft ziehen?

Die Vernetzung von Systemen und damit die möglichst umfassende Nutzung vorhandener Daten und von vorhandenem Unternehmenswissen dürfte in allen Wirtschaftsbereichen den gleichen hohen Stellenwert haben. Ich gehe davon aus, dass man unsere Konzepte auch in die Privatwirtschaft übertragen kann.

Was sind Ihre Empfehlungen, worauf Unternehmen bei serviceorientierten IT-Architektur zur Vernetzung ihrer Systeme besonders achten müssen?

In meinem Vortrag beschriebe ich unser Nachrichtenkonzept, das die Systeme weitgehend unabhängig voneinander agieren lässt und das die Applikation von umfassendem Wissen über die Gesamtarchitektur und die Abhängigkeiten darin entlastet. Ich sehe dieses Konzept als einen wichtigen Erfolgsfaktor für uns, da damit die gesamte Landschaft wirtschaftlich administrierbar bleibt.

Vielen Dank für das Gespräch, mehr dann in Ihrem Vortrag am 25. Oktober auf dem 10. ITK Forum Mittelstand.

(Das Interview führte Marc Brümmer, Redaktionsleiter AGITANO.)

Über Josef Spitzlberger:

Nach dem Studium der Informatik an der Technischen Universität München und einigen Jahren als DV-Organisator war Herr Spitzlberger etliche Jahre für das Rechenzentrum der Flughafen München GmbH verantwortlich. Anschließend war er als Manager .com-Services im Professional Service der Sun Microsystems GmbH tätig und verantwortete dort internationale Projekte im Middleware- und Content Management Segment. Bei der Balfour Beatty Rail GmbH Power Systems leitete er den internationalen IT-Bereich des Konzerns. Beim Bayerischen Rundfunk in München ist er nun als CIO und Leiter der Hauptabteilung Informationstechnik für die IT der viertgrößten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt verantwortlich. Beim 10. ITK-Forum Mittelstand spricht Herr Spitzlberger über das Thema „BR.connected – Serviceorientierte IT-Architektur zur Vernetzung der Systeme einer Rundfunkanstalt“.

Daten zur Veranstaltung:

Das 10. ITK-Forum Mittelstand findet am 25. Oktober im “K9″ von Fujitsu Technology in der Domagkstr. 28 in 80807 München statt. Weitere Informationen sowie die Online-Anmeldung finden Sie auf der Website des ITK-Forums Mittelstand.

Weiterführende Informationen und Beiträge:

10. ITK-Forum Mittelstand München – praxisnahe Zukunftsstrategien und Trends für Unternehmen

10. ITK-Forum Mittelstand – Prof. Radermacher über Technologiefolgen und die Ökoszoziale Marktwirtschaft

ITK-Forum Mittelstand – Interview mit Erich Ehbauer, IT-Leiter der Apollo Optik

Marc Brümmer

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