Wirtschaft

100.000 Ikea-Mitarbeiter aus 41 Ländern wollen solidarisch gleiche Arbeitsbedingungen für alle

Die Ikea-Mitarbeiter aller Länder vereinigen sich unter dem Dach der internationalen Gewerkschaftsorganisation Uni Global Union. Ziel ist es, Druck auf die Unternehmensführung zu machen, um gleich gute Arbeitsbedingungen in allen Ikea-Filialen zu erreichen. Das Möbelhaus beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter in 41 Ländern weltweit. Während in den nördlichen Länder mit hohem Einkommen das Beschäftigungsverhältnis bei Ikea für hohe Sicherheit und Zufriedenheit stehe, wird aus anderen Ländern über Repressalien gegenüber Gewerkschaftern, sowie über regelmäßige Verletzungen von Gesundheitsschutz- und Sicherheitsregeln berichtet. So wurde kürzlich in Frankreich ein Skandal bekannt, wonach das Unternehmen illegal Daten von Kunden und Mitarbeitern gesammelt hat, darunter Gewerkschaftszugehörigkeit und Liebesbeziehungen. Auch in der Türkei wurden mutmaßliche Gewerkschaftsmitglieder, die sich seit 2010 für einen Tarifvertrag einsetzen, entlassen. In Istanbul haben sich nun Mitarbeitervertreter aus 14 Statten getroffen, um mit einer Allianz die Konzernleitung zum Einlenken zu zwingen und gleich gute Bedingungen an allen Standorten zu erreichen. Der Konzern hat inzwischen seine Dialogbereitschaft verkündet.

Die Ikea-Führung steht nicht das erste Mal in der Kritik:
Ende Januar 2011 berichtete eine schwedische TV-Dokumentation, dass der Ikea-Gründer und Milliardär Ingvar Kamprad (84), der seinen festen Wohnsitz mittlerweile im schweizerischen Steuersparparadies Lausanne hat, sein Möbel-Imperium über eine bisher geheime Stiftung namens Interogo mit einem Kapital von 11,3 Milliarden Euro mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, lenke. Diese Konstruktion erwecke den Verdacht der Steuerhinterziehung, Kamprad habe zwischen 2,3 bis 3,2 Milliarden Euro an Steuern „gespart“, was der Milliardär jedoch entschieden zurückwies. Die etwa 300 Ikea-Filialenr weltweit müssen über ein Franchise-System 3% ihrer Umsätze an die internationale Holding Inter Ikea unter Führung der besagten Interogo-Stiftung in Liechtenstein abführen.

Unmut über Unternehmensnachfolge:
Nach dem der Firmenpatriarch Ingvar Kamprad im Februar 2011 bekräftigt hatte, die Führung des Konzerns einmal an seine drei Söhne übergeben zu wollen, hagelte es interne Kritik: Das Trio sei der Aufgabe nicht gewachsen. Besonders die Ikea-Führungsetagen legen sich quer. Die Brüder arbeiten schon seit den 1990er Jahren im Konzern und haben sich seitdem bereits einige Flops geleistet. Keiner könne dabei in die Fußstapfen des Vaters steigen. „Das wird eine Katastrophe“, so ein hochrangiger Ikea-Manager. Er werde niemals unter der Regie der Brüder arbeiten, „wenn Ingvar nicht mehr da ist, gehen wir auch.“

Hohes Umwelt-Engegament von Ikea Österreich:
Es gibt aber auch positives aus der Konzernfamilie: Ende 2010 hatte IKEA Österreich berichtet, innerhalb von nur drei Jahren seine CO2-Emissionen um rund 80% gesenkt zu haben. Grundlegend war dabei eine Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien von 27% auf 76%, bei der Stromerzeugung werden sogar 100% regenerativ gedeckt. Dadurch wurde eine Absenkung des CO2-Ausstosses von 9.695 auf 1.948 Tonnen CO2 erzielt. Zudem wurden die kostengünstigen Leihtransporter von IKEA Österreich auf Erdgasbetrieb umgerüstet. Auch die Unternehmensflotte besteht mittlerweile zu über der Hälfte aus abgasarmen Modellen mit einem CO2-Ausstoß unter 120 g pro km, ein Großteil davon sind Hybridautos. IKEA Österreich Country Managerin Giny Boer: „In den kommenden drei Jahren gilt es, den guten Status quo zu halten und gleichzeitig das Bewusstsein für Umweltthemen zu vertiefen. Wir werden weiter investieren. Wir wollen aber auch eines ganz klar: Zeigen, dass JEDER und JEDE einen Unterschied für den Klimaschutz machen kann.“
(mb)

 

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