Wirtschaft

11% sind unternehmerisch tätig, Selbständigkeit lohnt sich auch finanziell

Laut Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das zusammen mit der Universität Jena die Entwicklung der Selbständigkeit und das Gründungsgeschehen der letzten 20 Jahre anhand der amtlichen Daten des Mikrozensus untersucht hat, ist der Anteil der Erwerbstätigen, die unternehmerisch tätig sind, zwischen 1991 und 2009 um 40% von 8 auf 11% angestiegen (von 3 auf 4,2 Millionen). Dabei lohne sich die Selbstständigkeit auch finanziell: 38% der deutschen Gründer haben nach drei Jahren Selbstständigkeit ein höheres Einkommen als zuvor in abhängiger Beschäftigung, nur 17% ein geringeres. Während bei den abhängig Beschäftigten 35% unter 1.100 Euro verdienen ("Kümmerexistenzen"), seien es bei den Selbstständigen "nur" 27%.

DIW-Experte Alexander Kritikos: „Es gibt auch unter den Selbständigen Geringverdiener, doch dies ist nicht unbedingt eine Folge der Entscheidung für die Selbständigkeit. Dieses Problem dürfte eher mit bestimmten Branchen zusammenhängen oder ist auf einen niedrigen Ausbildungsabschluss zurückzuführen.“ Kritikos weiter: „Vieles spricht dafür, dass sich in den letzten 20 Jahren eine unternehmerische Kultur verstärkt etablieren konnte.“ Dabei sei vor allem auch die Entwicklung in Ostdeutschland bemerkenswert: Die Gründungsneigung in den neuen Bundesländern ist seit 1997 höher als in den westlichen Bundesländern. In dem Zeitraum 1991 bis 2009 hat sich die Zahl der Selbständigen in Ostdeutschland auf 870.000 beinahe verdoppelt. Als Ursachen sieht das DIW vor allem die Nachholprozesse in Ostdeutschland, der Strukturwandel in Richtung Dienstleistungssektor und eine hohe Gründungsbereitschaft unter den Akademikern.

Die Selbständigenquote unter Akademikern ist deutlich gestiegen. Der Anteil derjenigen, die nach einem Hoschulabschluss in die Selbstständigkeit gehen, ist im Untersuchungszeitraum von 12 auf 18% angestiegen. Auch die Frauen holen in dem Gründungsgeschehen seit einem Jahrzehnt deutlich auf: Knapp 42% aller Gründungen werden derzeit von Frauen getätigt, mittlerweile ist beinahe jeder dritte Selbständige eine Frau.
(mb)
 

 

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