Energie & Umwelt

12 AKWs vom Netz, nur noch 5 übrig – und immer noch kein Problem

Deutschland kann auf seine Atomkraftwerke leichter und schneller verzichten, als von den AKW-Betreibern zuletzt oftmals behauptet. Das zeigt auch das eigene betriebswirtschaftliche Denken der „großen Vier“. So hatte auch der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Wochenende erneut vor einer Panikmache durch die Energie-Industrie gewarnt: Die Debatte um einen möglichen Strommangel werde „oft oberflächlich und interessengeleitet“ geführt. Derzeit sind die sieben ältesten Atomkraftwerke aufgrund des Laufzeit-Moratoriums vorübergehend stillgelegt. Weitere fünf Reaktoren gehen im Mai wegen schon länger geplanten Revisionen (Wartungsarbeiten) vorübergehend vom Netz. Damit bleiben nur noch fünf laufende Anlagen am Netz. Kein Problem, wie das Verhalten der Betreiber offenlegt. Entgegen mancher Versuche der Panikmache rechnen die Betreiber intern offenbar selbst nicht mit Engpässen. Es besteht noch nicht einmal die Notwendigkeit, die eingemottete „Kaltreserve“ an stillgelegten konventionellen Gas- und Kohlekraftwerken zu reaktivieren (sechs Kraftwerksblöcke mit insgesamt 1.700 MW Leistung). Dies ist einerseits ein Zeichen dafür, dass die Großhandelspreise noch nicht hoch genug seien, um diese älteren Kraftwerke anzufahren und da es zugleich auch keine entsprechenden Vorbereitungen gibt, wird offenbar auch von Seiten der Betreiber intern nicht mit einem entsprechenden Engpass gerechnet. Thorsten Lenck vom Analysedienst Energy Brainpool: „Auch in naher Zukunft rechnen die Versorger nicht mit dauerhafter Stromknappheit und hohen Erlösen für ihre Kraftwerke.“ Greenpeace hatte bereits in der vorletzten Woche die Zahlen konkret durchgerechnet und hält dementsprechend einen Atomausstieg bis 2015 und ein Kohleaus bis 2030 für machbar und zugleich für wirtschaftlich sinnvoll: Unter dem Strich ergibt ein solcher Zeithorizont einen Gewinn von 35 Milliarden Euro. Grund seien vor allem die positiven Kosteneffekte der vielen neuen Arbeitsplätze, die Dezentralisierung der Energieversorgung, bei der sich die Bürger gegenseitig Strom abkaufen und davon profitieren (besonders einkommensschwache Regionen) und das Zurückfahren der jährlichen Milliardenabflüsse etwa bei den Ausgaben für Brennstoffe.
 

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