Management

15 Tipps, wie Ihr Team Weltmeister wird

Weltmeister werden? Die Deutschen haben es geschafft. Wir sind zum vierten Mal Weltmeister geworden. Doch warum? Und was können Teams in Unternehmen von der deutschen Nationalmannschaft lernen? Was brauchen sie zum Erfolg? Hans-Peter Machwürth zeigt, was es braucht, um auch Ihr Team zum Weltmeister (im Business) zu machen.

Ein motivierendes und herausforderndes Ziel

Weltmeister, Fußball, Teamgeist
„Wir wollen Weltmeister werden!“ Hans-Peter Machwürth zeigt, was es braucht, um Mitarbeiter zu motivieren, Außergewöhnliches anzustreben. (Juergen Jotzo / pixelio.de)

„Wir wollen Weltmeister werden.“ Das sagte Nationaltrainer Jogi Löw im Vorfeld der WM in Brasili en immer wieder. Er wies jedoch zugleich darauf hin: „Ich kann nicht versprechen, dass wir dieses Ziel erreichen. Doch wir werden alle unser Bestes tun, um es zu erreichen.“ Dadurch nahm er seine Mannen in die Pflicht, um Weltmeister zu werden. Zugleich sorgte er aber dafür, dass im Umfeld kein zu großer Erwartungsdruck entstand – woran letztlich die Mannschaft von Brasilien zerbrach.

Hunger und Gier nach Erfolg

Wer herausragendes leisten möchte, muss hungrig auf den Erfolg sein – denn hierfür muss man zuweilen auch an die Schmerzgrenze gehen. Das war bei der deutschen Mannschaft der Fall auf dem Weg zum Weltmeister. Anders war dies beim spanischen Team, das weitgehend aus Spielern bestand, die schon einmal die Welt- und die Europameisterschaft gewonnen hatten. Es war satt. Entsprechend lethargisch war die Spielweise.

Gute und zumindest hoch talentierte „Spieler“

Aus einem Ackergaul kann man kein Rennpferd machen. Das gilt auch für Fußballmannschaften. Auch ihre Spieler müssen eine Mindestqualität haben, um das große Ziel Weltmeister zu erreichen. Das zeigt das Beispiel der algerischen Mannschaft. Sie wuchs im Spiel gegen Deutschland zwar über sich hinaus, doch letztendlich siegte doch die deutsche Mannschaft, obwohl sie an diesem Tag nicht in Top-Form war. Denn in ihr steckte mehr Substanz. Ähnlich erging es der Mannschaft des Zwergstaates Costa Rica. Auch sie leistete für ihre Verhältnisse Fantastisches und wurde deshalb in ihrer Gruppe Sieger vor Italien und England. Doch dann schied das Team im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen die Niederlande aus.

Einen Teamspirit

Für einen Mannschaftssport wie Fußball gilt: Ohne Teamgeist kommt man nicht weit. Deshalb musste zum Beispiel die Mannschaft von Kamerun schon nach der Gruppenphase die Koffer packen, obwohl sie bessere Einzelspieler als der Viertelfinalist Griechenland und mit Volker Finke auch nicht den schlechtesten Trainer hatte. Doch die Spieler waren unter sich und mit ihrem Verband so zerstritten, dass sie auch auf dem Platz wie elf Einzelspieler und nicht wie ein Team agierten.

Ein Trainingslager

Um eine Top-Leistung erbringen zu können, müssen Teams gewisse Abläufe so lange üben, bis sie diese verinnerlicht haben. Sonst klappt das Zusammenspiel nicht. Deshalb begab sich die deutsche Mannschaft vor dem Tunier in ein Trainingslager. Und dort übte sie zum Beispiel Standard-Situationen. Mit dem Ergebnis, dass sie bei der WM von allen Mannschaften die meisten Tore nach Eckbällen und Freistößen erzielte.

Ein unterstützendes Umfeld

Ohne ein funktionierendes Team im Hintergrund hätte die deutsche Mannschaft in Brasilien vermutlich nicht einmal den Weg ins Stadion gefunden. Und wenn doch? Dann hätten einige Spieler ihre Fußballschuhe im Hotel vergessen. Deshalb ist der Status Weltmeister zu einem großen Teil auch der Erfolg des Teams hinter dem Team. Denn dieses sorgte dafür, dass die Hauptprotagonisten, die Nationalspieler, sich voll auf ihre Aufgabe „Fußballspielen“ konzentrieren konnten. Deshalb hätte das Team hinter dem Team auch einen Pokal verdient.

Eine Spielidee

Mit welcher Spielweise können wir Weltmeister werden? Hiervon hatte Jogi Löw eine klare Vorstellung. Deshalb scheute er sich nicht, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wie den Stürmer Stefan Kießling zuhause zulassen. Und dies obwohl alle Fußballexperten danach schrien: „Ohne einen zweiten echten Stürmer neben Miroslav Klose haben wir keine Chance, Weltmeister zu werden.“ Jogi bewies ihnen das Gegenteil.

Den Mut, Entscheidungen zu korrigieren

Das bedeutet keinesfalls, dass Jogi Löw alles richtig machte. Er hatte jedoch den Mut, getroffene (Vor-)Entscheidungen zu korrigieren. So entschied er zum Beispiel nach den wenig souveränen Spielen gegen Ghana und Algerien, Philipp Lahm statt im Mittelfeld doch wieder als rechten Verteidiger einzusetzen – mit dem gewünschten Ergebnis.

Eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung

Eine Fußballmannschaft ohne eine klare Aufgabenverteilung ist kein Team, sondern ein Hühnerhaufen. Sie kann keinen Erfolg haben. Entsprechend wichtig war auch im deutschen Team, dass jeder seine Aufgaben und die seiner Mitspieler kannte. Denn erst aus dieser Grundordnung erwuchs für die Einzelspieler die Möglichkeit, ihre Kreativität zu entfalten – und zwar so, dass diese keine brotlose Kunst ist, die primär der Selbstdarstellung dient, sondern sich hierdurch Chancen für die Mannschaft eröffnen.

Eine Rückendeckung

Wie selbstbewusst die Offensivkräfte eines Teams agieren, hängt auch davon ab, wie viel Vertrauen sie in die Männer hinter sich haben. Denn was nützt ein Tor-Erfolg, wenn man im Gegenzug ein, zwei Gegentore kassiert. Nichts! Entsprechend wichtig waren solche zuverlässigen Bollwerke wie Jérôme Boateng und Mats Hummel für die deutsche Mannschaft. Und selbstverständlich ein Spieler wie Torwart Manuel Neuer, der in allen Spielen eine extreme Souveränität ausstrahlte – selbst wenn seine „Ausflüge“ speziell im Algerien-Spiel teilweise schon den Charakter von Harakiri-Aktionen hatten. Sie waren jedoch nötig, um das 0:0 und damit die Basis des Erfolgs zu sichern.

Vertrauen

Auch Top-Spieler bringen manchmal keine Top-Leistungen – so zum Beispiel Mario Götze in den ersten WM-Spielen. Dann dürfen seine Trainer, also Führungskräfte, ihn nicht gleich wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Sie müssen ihm vielmehr Mut zusprechen – so wie dies Jogi Löw angeblich vor der Einwechslung im Endspiel tat, indem er zu Götze sagte „Zeig‘, dass Du besser als Lionel Messi bist“ – woraufhin „Super-Mario“, wie bekannt, den Siegtreffer schoss und Deutschland zum Weltmeister machte.

Spieler, die bis zum Umfallen kämpfen

Wie oft wurde Sebastian Schweinsteiger im Finale gefoult? In der Verlängerung hatte man den Eindruck: Die argentinischen Spieler verwechseln ihn mit dem Ball. So oft wurde er getreten. Doch Schweinsteiger stand immer wieder auf. Und selbst als er unter dem Auge eine Platzwunde hatte, ließ er diese nur schnell zunähen. Dann spielte er mit der ihm eigenen Dynamik weiter. Solche Spieler sind die echten Leitwölfe in einem Team, denn an ihnen können sich die Mitspieler, wenn sie müde werden, aufrichten.

Kreative Geister

Mit einem Vorgehen nach Schema F kommt man sowohl im Fußball, als auch bei der Projektarbeit oft nicht zum Ziel. Entsprechend wichtig sind Spieler wie Thomas Müller im Team, die immer wieder unkonventionelle Wege sehen und gehen, und die nicht die Mühe scheuen, auch mal einen im Nachhinein als überflüssig sich erweisenden Weg zu gehen, weil sie vermuten: Er könnte zum Erfolg führen. Der Titel Weltmeister ist nun der Danke dafür.

Zufriedene Ergänzungsspieler

Es war beim Tunier immer wieder faszinierend zu sehen, wie gutgelaunt auch solche Spieler wie Roman Weidenfeller und Lukas Podolski waren, obwohl sie bei den Spielen entweder die ganze oder meiste Zeit auf der Ersatzbank saßen. Von Missgunst oder Neid keine Spur. Vielmehr hatte man nach dem Finale den Eindruck: Sie freuen sich ebenso über den Weltmeister-Titel wie die die Hauptprotagonisten des Erfolgs. Diese Stimmung zu erzeugen und aufrechtzuerhalten, war vielleicht die größte Leistung der Führungskraft Jogi Löw, denn Grabenkämpfe hätten das Team schnell auseinander brechen lassen. Und diese Gefahr war nicht gering. Schließlich verbrachten die 23 Profi-Kicker in Brasilien viel Zeit sozusagen in Quarantäne gemeinsam unter einem Dach.

Ein Quäntchen Glück, um Weltmeister zu werden

Auch die deutsche Mannschaft hatte im Turnierverlauf Glück. So zum Beispiel als in der ersten Halbzeit des WM-Finales nach einer völlig verunglückten Kopfball-Zurückgabe des ansonsten souveränen Mats Hummel, ein argentinischer Stürmer plötzlich allein vor Torwart Neuer stand. Doch er schoss daneben. Dieses Quäntchen Glück brauchen auch Spitzen-Teams immer wieder, wenn sie den großen Erfolg anstreben. Doch wie ein Sprichwort sagt: Das Glück gehört den Tüchtigen. Deshalb war der deutsche Weltmeister-Titel mehr als verdient.

Hans-Peter Machwürth

 

Zum Autor:

Machwürth, Weltmeister, Erfolg, Team
(Bild: © Hans-Peter Machwürth)

Hans-Peter Machwürth ist Geschäftsführer der international agierenden Unternehmensberatung Machwürth Team International (MTI Consultancy), Visselhövede (D), die auch eine Niederlassung in Brasilien hat (Tel. 04262/93 12 -0; Internet:www.mticonsultancy.com; E-Mail: info@mwteam.de).

 

Hinweis der Redaktion

Wenn Sie auch an der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter arbeiten wollen, dann empfehlen wir Ihren das HCC-Magazin zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

 

Oliver Foitzik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.