Wirtschaft

27% der Arzneimittelausgaben oder 8 Mrd. Euro werden verschwendet

Die neue AOK-Studie „Arzneiverordnungs-Report 2011“ zieht ein weiteres vernichtendes Urteil über den deutschen Arzneimittelmarkt. Insgesamt gaben die Krankenkassen 2010 rund 32 Milliarden Euro, beziehungsweise 18% für Pillen, Salben und Tropfen aus. Deutschland ist als größter Markt in Europa zugleich der teuerste Arzneimittelmarkt der EU. In keinem anderen Mitgliedsland des EU-Binnenmarktes sind Medikamente teurer. So auch der Autor des Reports, der Pharmakologe Ulrich Schwabe: „Der deutsche Arzneimittelmarkt ist der größte in Europa und es ist überhaupt nicht verständlich, warum wir die höchsten Preise zahlen.“ Dadurch würden 27% der Ausgaben für Medikamente verschwendet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen könnten somit allein bei Arzneimitteln pro Jahr rund acht Milliarden Euro einsparen, ohne dass die Patienten schlechter versorgt werden würden. Statt dessen könnten die Beitragssätze reduziert werden.

So ließen sich allein 4,1 Milliarden Euro sparen, würden die Preise für teure, patentgeschützte Medikamente in Deutschland das britisches Niveau betragen. Nachahmer-Präparaten, so genannten Generika, sind in Deutschland im Schnitt 90% teurer als im Britannien. Hier ließen sich zusätzliche 3,3 Milliarden Euro einsparen, wenn wir britische Preise hätten. Es gebe sogar Medikamente, die zehnmal so teuer seien. Darüber hinaus ließen sich 4,7 Milliarden Euro einsparen, allein wenn die Ärzte konsequent preiswerte Generika statt den teureren Präparaten verordnen würden.
 

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