Regionales

40 Prozent der Ehen in Baden-Württemberg werden geschieden

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2011 in Baden-Württemberg 23 113 Ehen geschieden. Am häufigsten war eine Scheidung im sechsten Ehejahr (1 228). Am zweithäufigsten wurden Ehen im achten Ehejahr (1 193) geschieden, knapp gefolgt vom »verflixten« siebten Ehejahr (1 191). Ebenfalls sehr hoch war das Scheidungsrisiko im neunten und zehnten Jahr. Damit sind im vergangenen Jahr rund ein Viertel aller Ehen in diesen fünf Ehejahren gescheitert .

Die durchschnittliche Ehedauer aller im Jahr 2011 geschiedenen Ehen lag bei knapp 15 Jahren, wobei aber Ehescheidungen auch nach einer verhältnismäßig langen Zeit des Zusammenlebens keine Einzelfälle sind: So hatten rund 13 Prozent der in 2011 geschiedenen Ehen das Jubiläum der Silberhochzeit bereits hinter sich. Bei 446 Ehepaaren erfolgte die Scheidung im Jahr des 25-jährigen Ehejubiläums, bei immerhin sechs Paaren im Jahr der »goldenen Hochzeit«. Andererseits gab es fünf Paare, die im Jahr 2011 heirateten und wieder geschieden wurden. Nach wie vor beantragen vornehmlich die Ehefrauen ein Scheidungsverfahren. Dies war im vergangenen Jahr bei 52 Prozent der geschiedenen Ehen der Fall; in 41 Prozent der Fälle wurde die Scheidung vom Mann eingereicht. Lediglich bei 4 Prozent der 2011 geschiedenen Ehen hatte der jeweils andere Partner dem Scheidungsantrag nicht zugestimmt. 7 Prozent der Geschiedenen hatten das Trennungsverfahren gemeinsam beantragt.

»Bis dass der Tod Euch scheidet«?

Nach wie vor werden die meisten Ehen durch den Tod eines Ehepartners getrennt. Ihre Zahl bewegt sich in den letzten Jahren in einer Größenordnung von rund 40 000 Verwitwungen pro Jahr. Allerdings verliert die Institution »lebenslange Ehe« offensichtlich an normativer Kraft: Nur noch gut 63 Prozent aller Ehelösungen beruhten im vergangenen Jahr auf Verwitwung der Frau oder des Mannes, die übrigen knapp 37 Prozent auf Ehescheidungen. Noch um 1980 waren etwa drei Viertel der Ehelösungen auf den Tod eines Ehepartners zurückzuführen und nur ein Viertel auf Ehescheidungen.

In den letzten Jahrzehnten ist mit jedem jüngeren Heiratsjahrgang die Scheidungshäufigkeit angestiegen: Vom Heiratsjahrgang 1960 wurden rund 15 Prozent der seinerzeit geschlossenen Ehen geschieden. Für den Heiratsjahrgang 1970 traf dieses Schicksal auf jedes vierte Ehepaar zu, für den Jahrgang 1980 bereits auf jede dritte Ehe. Von den Paaren, die 1995 den Bund der Ehe eingingen, war bis zum Jahr 2011 – also nach 16 Ehejahren – bereits mehr als ein Viertel geschieden. Die Prognose für diesen Heiratsjahrgang läuft auf eine Scheidungshäufigkeit von 40 Prozent hinaus. Damit hat sich die Scheidungshäufigkeit jüngerer Heiratsjahrgänge im Vergleich zu den Ehen aus den 60er-Jahren mehr als verdoppelt.

Für noch jüngere Heiratsjahrgänge lässt sich derzeit nicht eindeutig absehen, ob die Scheidungsquote weiter ansteigen wird. Allerdings deutet eine Auswertung der bisherigen Ehescheidungen des Heiratsjahrgangs 2000 darauf hin, dass sich die Scheidungshäufigkeit auf dem derzeitigen Niveau einpendeln oder lediglich nur noch geringfügig ansteigen könnte: Von den im Jahr 2000 geschlossenen Ehen wurden in den ersten zwölf Ehejahren 22 Prozent geschieden – für die Heiratsjahrgänge 1990 und 1995 lag der entsprechende Anteil geringfügig niedriger (jeweils 21 Prozent).

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