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67,2% der deutschen Forschungstätigkeiten finden in Unternehmen statt – Überblick

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat einen Überblick über die deutsche Forschungslandschaft herausgegeben. Demnach finden 67,2% der deutschen Forschungstätigkeiten im Unternehmenssektor statt, 18,0% der Ausgaben für Forschung und Entwicklung entfallen auf die Hochschulen und 14,8% auf die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Insgesamt wurden im Jahr 2010 in allen drei Sektoren 69,9 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Das entspricht einem Anteil von 2,82% an der Wirtschaftsleistung (BIP).

Die Lissabon-Strategie hatte als europaweites Ziel für 2010 allerdings einen Anteil von 3% am BIP vorgegeben. Dieser Wert wurde auch als Ziel der Wachstumsstrategie für die Europäische Union „Europa 2020“ für das Jahr 2020 übernommen. Der EU-Durchschnitt liegt bei rund 2%. Am meisten investieren in Europa Finnland (3,87%), Schweden (3,42%) und Dänemark (3,06%). Hinter Deutschland rangieren allerdings die anderen europäischen G8-Staaten Frankreich (2,26%), Großbritannien (1,77%) und Italien (1,26%). Der Anteil Deutschlands am Welthandel mit forschungs- und entwicklungsintensiven Waren beträgt rund 12,3% (Stand 2009). Dies ist deutlich mehr als der Anteil aller deutschen Waren am Welthandel, der rund 9,5% beträgt.

Die außeruniversitäre Forschung legte dabei gegenüber dem Vorjahr um 4,2% auf 10,4 Milliarden Euro zu. 73,4% entfielen dabei auf die beiden Bereiche Naturwissenschaften (4,8 Milliarden Euro) und Ingenieurwissenschaften (2,8 Milliarden Euro), 1,3 Milliarden Euro (12,7%) entfielen auf die Geistes- und Sozialwissenschaften, 0,8 Milliarden Euro (8,1%) auf die Humanmedizin und 0,6 Milliarden Euro (5,7%) auf die agrarwissenschaftliche Forschung. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen beschäftigten dabei im Jahr 2010 insgesamt 90.500 Personen (+4,5%).

Am meisten gaben unter den außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit 3,2 Milliarden Euro die Helmholtz-Zentren aus, gefolgt von der Fraunhofer-Gesellschaft mit 1,6 Milliarden Euro, der Max-Planck-Gesellschaft mit 1,5 Milliarden Euro und den Instituten der Leibniz-Gemeinschaft mit 1,2 Milliarden Euro. (Weitere Informationen liefert die Veröffentlichung „Ausgaben, Einnahmen und Personal der öffentlichen und öffentlich geförderten Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung – FS 14 R. 3.6“ des Statistischen Bundesamtes.)

Im globalen Unternehmenssektor investiert traditionell die Computer- und Elektronikindustrie mit 27% der weltweiten F&E-Investitionen am meisten in die Forschung, die Pharmaindustrie folgt mit 22% auf dem zweiten Platz vor der Automobilindustrie mit 15%.
(mb)

 

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