Wirtschaft

Abzocke beim Diesel – über Nacht acht Cent teurer

Diesel-Kraftstoff ist laut dem ADAC bei den deutschen Markentankstellen auf über 1,50 Euro der Liter gestiegen und liegt damit nur noch knapp vier Cent unter dem Preis für Super E10 – und das, obwohl Diesel mit rund 22 Cent weniger besteuert wird als Benzin. Zudem hat auch der Ölpreis in der letzten Woche um fünf Dollar das Barrel nachgegeben. Das Fazit von ADAC-Experte Jürgen Albrecht: „Auf Kosten der Dieselfahrer verdienen sich die Ölmultis eine goldene Nase!“ Die Multis würden die Steuerdifferenz einfach einstreichen.

Als Grund gibt die Branche die traditionell vor den Wintermonaten starke Nachfrage nach Heizöl an. Auch China, das Diesel auch zur Stromerzeugung verwendet, würde den Preis in die Höhe treiben. Allerdings relativiert der ADAC-Treibstoffexperte Andreas Hölzel: „Ein Preisanstieg zur Wintersaison ist normal, aber sicher nicht in diesem Maße.“ Bei dem jetzigen Preisniveau rentiert sich ein verbrauchsarmer Diesel auch für Vielfahrer aufgrund der höheren Steuern und dem höheren Anschaffungspreis nicht mehr.

Eine Reaktion wie bei den US-Verbrauchern im April dieses Jahres ist in Deutschland allerdings nicht zu erwarten: Damals hat die Bewegung „Prayer at the Pump“ (Beten an der Zapfsäule) mit dem Gebet „Gott erlöse uns von den hohen Benzinpreisen!“ an den Altären der Zapfsäulen für einen niedrigeren Benzinpreis gebetet – angesichts der hohen Verbrauchswerte US-amerikanischer Autos allerdings sicherlich auch eine nachvollziehbare Verzweiflung.

Die Monopolkommission hingegen vertraut eher staatlichen Eingriffen zum Schutz eines freien und fairen Marktes: Sie hat bereits im Juni 2011 zur Zerschlagung des Benzin-Oligopols geraten.

 

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