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AGITANO unterwegs mit den ADAC Postbus Busreisen

(Mit Bilderstrecke) Als zum 1. Januar 2013 das Monopol der Deutschen Bahn auf Fernlinien gekippt wurde, machten sich viele Busunternehmen Hoffnung. Anscheinend zurecht, denn Angaben des Statistischen Bundesamtes aus Wiesbaden zufolge, konnten diese allein im ersten Halbjahr 2013, die Zahl ihrer Fahrgäste auf 1,3 Millionen steigern. Das entspricht einem Plus von 0,5 Prozentpunkten. Doch ist der Fernbus wirklich eine ernsthafte Alternative zur Bahn? Die Redaktion von AGITANO war neugierig und so begab sich einer ihrer Mitarbeiter auf Testfahrt, und zwar mit den ADAC Postbus Busreisen.

Bilderstrecke: Unterwegs mit dem ADAC Postbus

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Vom Pannenhelfer und Briefzusteller zum „Bus für Deutschland?“

ADAC Postbus
Vom Studenten bis zum Rentner. Der ADAC Postbus soll ein Bus für alle Deutschen sein (Foto: © AGITANO)

Ob Student oder Rentner, Tourist, Pendler, Singles oder Familien – „wir wollen, dass der ADAC Postbus der Bus für Deutschland wird“. So ließ sich Jürgen Gerdes, Konzernvorstand BRIEF bei Deutsche Post DHL, im Mai vergangenen Jahres zitieren, als der Logistikdienstleister und der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) ihre gemeinsame Gründung eines Fernbuslinienbetriebs bekanntgaben. Seit November 2013 kann man die im markanten gelb lackierten Liner über Deutschlands Autobahnen gleiten sehen.

Der Gedanke, das Know-how eines, vor allem als „Pannenhelfer“ bekannten, Interessenverbandes und eines Logistikers, dessen Dienstleistungen inzwischen weit über das Zustellen von Briefen und Paketen hinausgeht, für den Betrieb einer Fernbuslinie zu nutzen, ist gar nicht so abwiegig. Schließlich ist das Erstellen eines Linienfahrplans – rein technisch gesehen – nichts anderes als die Planung einer Route für einen Postboten. Und der Automobil-Club ist bereits schon seit Längerem in der Reise- und Tourismusbranche aktiv.

Tickets auch außerhalb des World Wide Webs

Zudem profitieren beide Unternehmen von ihrem dichten Filialnetz. Dieses ermöglicht ihnen, im Vergleich zu anderen Fernbuslinienbetreibern, Kunden auch außerhalb des Internets zu betreuen. Mit anderen Worten, Tickets kann man auch über einen Kundenservice, in einer der ausgewählten ADAC Geschäftsstellen beziehungsweise Filialen der Deutschen Post und zur Not sogar direkt  beim Busfahrer buchen. Damit kommen die beiden Betreiber auch den nicht ganz so internetaffinen Senioren entgegen.


Einmal Augsburg – Stuttgart und zurück, bitte

Auch unser Testfahrer hat sein Ticket – ausnahmsweise – nicht online, sondern über den Kundenservice gebucht. Die Zeit in der Warteschleife betrug weniger als eine Minute. Dem Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung gegenüber gab er seine Kontakt- und gewünschten Reisedaten durch und schon wenige Minute später hatte er sein Ticket für die, zuvor via Fahrplan ermittelte, Kurzstrecke von Augsburg nach Stuttgart und zurück als PDF in seinem Mailordner liegen. Dieses druckte er sich aus und machte sich auf den Weg zur Haltestelle, an der man mindestens 15 Minuten vor Fahrtantritt eintreffen sollte.

Modern – in jedweder Hinsicht

Als er dort eintraf, erwartete ihn ein mit modernster Technik ausgestatteter Bus. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, neben den komfortablen Sitzen mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten, der Klimaanlage, dem Zugang zu 230 Volt Steckdosen vor allem das für „digitale Nomaden“ so wichtige und kostenlose WLAN. Seit Neustem bietet der Bus auch ein – ebenfalls kostenloses – Media Center für Smartphones respektive Tablet PCs an. So kann man sich mithilfe von darauf abspielbaren Filmen, Serien, Hörbücher und Musik auch auf langen Fahrten die Zeit vertreiben.

Vorfahre des ADAC Postbus
Keine Angst. Mit diesem Gefährt haben wir unseren Redakteur nicht auf Reisen geschickt. Der aktuelle Postbus (s.o.) ist technisch auf dem neuesten Stand (Foto ©: AGITANO)

Zum WLAN ist zu sagen, dass es streckenweise ausfällt. Wenn das allerdings nicht der Fall war, erfolgte die Einwahl auf verschiedene Internetseiten sogar via Laptop durchaus zügig. Für die Kurzstrecke konnte man sich auch mit einem Kaffee via Automat versorgen. Für den 0,2 Liter Becher musste man durchaus branchenübliche ein Euro berappen.

Zur Fahrt: Was angenehm auffiel, war die Federung, welche sämtliche Unebenheiten (zum Beispiel in der Nähe von Autobahnbaustellen) souverän abfederte. Auch die Beinfreiheit war für den 1,80 Meter großen Tester mehr als nur ausreichend und sein mobiler 13-Zoll-Rechner hatte auf dem Beistelltischen bequem Platz. Negativ dagegen fielen, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt, die Fahrgeräusche auf (es herrschte starker Wind am Testtag). Für wirklich positive Überraschung sorgte – ja, das sei an dieser Stelle durchaus mal erwähnt – die Ausstattung der Toilette. Für eine Bustoilette bot sie wahrlich viel Platz und der Zugang gestaltete sich als vergleichsweise unkompliziert.

Eine Alternative zur Bahn? Kommt darauf an


Anfangs haben wir uns die Frage gestellt, ob der Fernbus eine ernshafte Alternative zur Bahn darstellt. Diese Frage lässt sich nach der Testfahrt mit einem eindeutigen „Ja, aber … “ beantworten. Schließlich kommt es auf die Schwerpunkte an, auf die man als Reisender seinen Fokus richtet. Preislich lohnt sich die Fahrt durchaus, obwohl der ADAC Postbus, im Vergleich zu anderen Fernbuslinienanbieter stolze Preise verlangt. Unsere Kurzstrecke Augsburg – Stuttgart kostetet hin und zurück 22 Euro. Für Studenten, die oft jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen, nicht unbedingt die erste Wahl.

Damit fährt man aber immer noch weitaus günstiger als mit der Bahn, die je nach Zugtyp für die selbe Strecke 30 bis 40 Euro verlangt, und zwar für die einfache Fahrt. Die gelben Liner sind aus diesem Grund vielleicht eher etwas für gutsituierte Rentner, Geschäftsreisende und Familien, denn sie bieten ihnen ein hohes Maß an Reisekomfort. Gerade für letzt genannte Reisegruppe besonders wichtig. Die Sitze erfüllen die neuesten Sicherheitsstandards und bieten zum Anschnallen sogar einen Schultergurt.

Ein Nachteil, der zumindest für unsere Strecke zutraf: die Haltestellen befanden sich weit außerhalb. Das heißt man musste entweder mit dem Taxi oder dem ÖPNV in die Stadt reinfahren, was zusätzlich Zeit und Geld kostet. Daher gilt für Reisende, sich zuvor genau darüber Informationen einzuholen und am Schluss abzuwägen, was einem für die Reise wichtig ist.

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Christoph Schroeder

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