Kolumnen

Alles (k)eine Frage des Status

Selbstbewusstsein schön und gut, aber man sollte sich auf seinen Status nicht zu viel einbilden. Gerade Personen, die in der Hierarchie im Büro höher stehen, sollten Vorbild für die Mitarbeiter sein, meint Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator Ralf Schmitt im heutigen Beitrag zu seiner Kolumne “Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner”.

 

Der Coolste im Raum bin ich!

Liebe Leser, sitzen Sie in einem Großraum- oder Einzelbüro? Wenn Sie sich den Arbeitsraum mit zahlreichen weiteren Kollegen teilen, dann blicken Sie sich mal um. Wenn Sie im Einzelbüro sitzen, gehen Sie mal raus und sehen sich dann um. Und? Wer ist Ihrer Meinung mach der Coolste im Raum? Die meisten Menschen denken jetzt „Ich“! Das ist im Grunde ein schöner Gedanke, den man ruhig für sich selbst haben kann. Aber ich versichere Ihnen: Jeder, mit dem Sie sich im Raum befinden, kann irgend etwas besser als Sie. Das mag die Ablage für die Steuer sein oder vielleicht ist der Schreibtisch des anderen besser aufgeräumt als Ihrer, eventuell hat einer Ihrer Büronachbarn mehr Einfühlungsvermögen als Sie. Was auch immer es ist: Freunden Sie sich mit dem Gedanken an, dass unabhängig von Hierarchie und Gehaltsscheck in jedem Ihrer Kollegen und Mitarbeiter ein Experte steckt.

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Ein höherer Status verpflichtet. (Bild: Ute Pelz / pixelio.de)

Ein höherer Status verpflichtet

Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil in vielen Büros die Unart herrscht, dass einige sich über andere stellen, sich für besser halten, weil Sie mehr verdienen, ihre Stellung als Vorgesetzter als Rechtfertigung dafür benutzen, anderen mit Arroganz und Hochmut zu begegnen, manchmal sogar ohne jegliche Wertschätzung. Viele denken immer noch, ihr Status berechtigt sie dazu, sich danebenzubenehmen. Das sehe ich völlig anders. Ich finde, gerade ein Abteilungsleiter sollte vorbildlich mit den Privilegien seiner Position umgehen. Aus welchem Grund darf er sich zu schade sein, einem Untergebenen Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken? Ich sehe keinen. Sie etwa?

Also wenn mit Ihnen mal wieder der kleine Status-Reiter durchgeht, denken Sie mal daran, dass ein Reiter auch immer vom Pferd fallen kann. Das wird unter Umständen schmerzhaft. Wenn Ihnen dann keiner aufhilft, brauchen Sie sich nicht zu wundern.

Wie gehen Sie mit Status um?

Mein Tipp: Überprüfen Sie sich am besten immer mal wieder selbst. Wie ist Ihre Körperhaltung wenn Sie einer Person mit höherem Status in der Hierarchie zuhören? Wie sitzen oder stehen Sie? Eher überlegen oder zurückgelehnt? Ich tippe auf Zweiteres. Was spricht dagegen, auch einem in der Hierarchie unter Ihnen liegenden ebenso zu begegnen? Ein echter Status-Experte kann problemlos zwischen verschiedenen Status (ja, das ist auch der Plural von Status) springen und begegnet allen mit der gleichen Wertschätzung, ungeachtet deren Status (und auch der Genetiv).

 

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Experte für Spontaneität, Improvisation und Interaktivität. (Foto: © Ralf Schmitt)

Über Ralf Schmitt

Ralf Schmitt arbeitet seit mehr als 15 Jahren erfolgreich als Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator. Er gilt als Experte für Spontaneität und Interaktivität, hat die Methode der Navituition® entwickelt und ist Mitglied der German Speakers Association. Schmitt ist branchenübergreifend tätig und kennt die deutsche Wirtschaftslandschaft aus dem Effeff. Seine inhaltliche Mitarbeit im Vorfeld und seine Auftritte bei unzähligen Tagungen und Kongressen geben ihm eine externe Sichtweise auf innerbetriebliches Geschehen und Veränderungsprozesse in Unternehmen verschiedener Größenordnungen. Darüber hinaus ist er Autor der Bücher „Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt“ und „Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner“.

Mehr über Ralf Schmitt erfahren Sie auf seinem AGITANO-Expertenprofil und auf www.schmittralf.de.

 

Lesen Sie auch die vorangegangenen Beiträge zur Kolumne “Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner”:

Über das Trinken am Arbeitsplatz

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Von Spontaneität und Tiernamen

“Nein-Kollegen”: Nettsein lohnt sich

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Mund zu, Ohren auf! – Vom Wahrnehmen und Zuhören

Von Wertschätzung gegenüber Kollegen

Katja Heumader

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