Panorama

Alternative zu Studiengebühren nach australischem Vorbild

Die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen will die Studiengebühren zum Wintersemester 2011/12 wieder abschaffen. NRW wird dann den Ausfall der Hochschuleinnahmen aus den Studiengebühren in Höhe von 249 Mio. Euro kompensieren. Aus der Ruhr-Uni Bochum kommt nun ein Alternativvorschlag. Professor Dr. Stefan Winter, Inhaber des Lehrstuhls für Human Resource Management an der Ruhr-Universität Bochum, stellte einen Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern auf der Basis des australischen, neuseeländischen und südafrikanischen Modells vor. Das System nachgelagerter Studienbeiträge integriert dabei beide antagonistischen Hauptargumente: Die Hochschulen erhalten dringend benötigte Zusatzeinnahmen, zu denen die Politik derzeit nicht in der Lage, beziehungsweise Willens ist, gleichzeitig wird die soziale Selektion aufgrund der Beiträge immens gemindert (Bildungsgerechtigkeit). Demnach soll während des Studiums komplett auf die Erhebung von Gebühren verzichtet werden. Zahlen müssen Absolventen erst, wenn ihr Einkommen 32.000 Euro überschreitet. Dann werden 10% des darüber liegenden Betrages fällig – bis zu einer studiengangsspezifisch festgelegten Summe (beispielsweise 15.000 Euro). Wer arbeitslos wird oder Erziehungszeiten in Anspruch nimmt, kann sich von der Gebührenzahlung wieder befreien lassen. Aus den statistischen Daten errechnete Winter für NRW Einnahmen von 650 Millionen Euro pro Jahr – mehr als das Doppelte des jetzigen Betrags.

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