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Versandkosten: Die Schattenseite des Erfolges von Amazon Prime

Mann im weinroten Hemd verschickt Paket ueber Amazon

Als im März 2016 Amazon sich dazu anschickte, Netflix Konkurrenz zu machen, wurden sie dafür belächelt. Doch das Konzept stieß bei den Kunden auf große Gegenliebe. Das bereitet dem Versandriesen allerdings aktuell große Kopfschmerzen. Warum dem so ist, zeigt folgende Infografik.

Infografik: Versandkosten bei Amazon stiegen um das Vierfache

Infografik zu der Entwicklung der Versandkosten bei Amazon
Der Erfolg des Amazon Prime-Modells stellt den Handelsriesen in puncto Versandkosten vor immense Probleme. (Quelle: de.statista.com / CC BY-ND 3.0)

Heute ist wieder Black Friday. Die Gewerkschaft ver.di nutzt diesen für den e-Commerce so wichtigen Tag und rief seine Mitglieder dazu auf, den hiesigen Branchenführer zu bestreiken. Lesen Sie hierzu unter andem auf golem.de: Amazon – Beschäftigte streiken am Black Friday.

Viel mehr beschäftigt das Unternehmen jedoch ein ganz anderes Versandproblem. Denn die Netto-Versandkosten des Unternehmens sind im Verlauf der vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Von 317 Millionen US-Dollar in 2006 auf über 4,5 Milliarden US-Dollar in 2016. Das entspricht einer Steigerungsrate von 400 Prozent!

Amazon Prime-Erfolg als Kostentreiber Nr. 1 ausgemacht

Schuld an dieser Misere ist, ausgerechnet, der Erfolg von Amazon Prime. Dem Statista Digital Market Outlook-Bericht zufolge bestellen 43,9 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig über den Versandriesen. Das wäre mehr als jeder Zweite. Und rund 40 Prozent, also mehr als 17 Millionen, nutzen das Amazon Prime-Paket. Das hat für den Branchenprimus mehrere Vorteile:

  • Prime-Mitglieder überwiegend mehrmals im Monat.
  • Der günstige Zugang zu Medieninhalten hilft, besonders junge Zielgruppen an sich zu binden.
  • Durch das günstige Content-Angebot werden Kunden an das Hardware-Angebot gebunden – und umgekehrt!

Diese Erfolgsformel hat aber auch ihre Schattenseiten. Denn zu den Privilegien einer Prime-Mitgliedschaft gehört unter anderem der kostenfreie Premiumversand. Für das Unternehmen selbst fallen natürlich trotzdem Kosten für den Versand an. Allerdings, Mitleid für den Versandriesen wäre fehl am Platz. Im vergangenen Jahr konnte Versandhändler seinen Gewinn im mehr als verdoppeln, nämlich von 214 Millionen US-Dollar in 2014 auf 482 Millionen US-Dollar in 2015. Damit verdiente der Branchenfüher so viel wie nie zuvor.

Christoph Schroeder

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