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Anders denken – anders handeln: Das Beispiel „Windel-Willy“

Die Kolumne von und mit Nicola Fritze.

Anders denken – anders handeln: Mit diesem Motto ziehe ich durch das Land und ermuntere Menschen, Dinge zum Positiven zu verändern. Um so schöner, wenn ich im Alltag auf die originellsten Beispiel für echten, produktiven Veränderungswillen stoße. Die Stiftung Liebenau ist so ein Beispiel. Die Liebenauer standen vor einem Problem: ihre sozialen Einrichtungen mussten jährlich 2,1 Millionen Windeln entsorgen. Das war nicht nur wahnsinnig viel Müll, sondern erzeugte auch hohe Kosten. Mit 350000 Euro schlug der Windelabfall laut Berichten jährlich zu Buche – nicht nur für eine gemeinnützige Stiftung ist das viel Geld.

Die hellen Köpfe in der Stiftung lösten das Problem mit einem ungewöhnlichen Helfer: Dem "Windel-Willy". Dieser Willy ist ein ganz heißer Feger: er bringt’s auf 1000 Grad Celsius. Sprich: Die Stiftung Liebenau hat eine Verbrennungsanlage für ihre Windelabfälle gebaut. So erzeugen die Abfälle aus Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen keine Kosten mehr, sondern Energie. Und zwar eine ganze Menge. "Windel-Willy" versorgt nun eine Großwäscherei, eine Großküche, Gewächs- und umliegende Wohnhäuser. Das spart Geld und schont noch dazu die Umwelt. Fossile Brennstoffe machen – auch dank der Unterstützung durch zwei Holzhackschnitzöfen – nur noch 10% des Energieverbrauchs der Liebenauer Stiftung aus.

Die Auslastung der Verbrennungsanlage liegt noch nicht einmal bei 100%. Sprich: Umliegende Kranken- und Pflegeeinrichtungen können ihre Windelabfälle nach Liebenau bringen. So sparen sie ebenso Geld. Und die Liebenauer verdienen sogar noch etwas, sobald sich der Kauf der Anlage amortisiert hat.

Das Beispiel Bad Liebenau zeugt von vielem: Vom Mut umzudenken. Von Pioniergeist – denn die Anlage ist nach Anforderungen der Liebenauer "maßgeschneidert" gebaut worden und hat dementsprechend viel gekostet. Und dazu zeigt das Projekt, wie sehr die Stiftung sich als Teil der Gesamtgesellschaft versteht – darauf deutet die drastische Absenkung der CO2-Emissionen hin. Die Liebenauer haben durch die Bereitschaft zu frischen Ideen eine großartige Win-Win-Stiuation geschaffen.

 

Solche Beispiele können wir als Anstoß nutzen, um das eigene Umfeld bewusster wahrzunehmen. Welche Dinge gibt es in unserem Lebens- und Arbeitsumfeld, die eigentlich verbessert werden müssten? Gibt es nicht leichte, kreative Wege, um dies zu schaffen? Vielleicht sogar auf eine solche Weise, dass wir auch anderen etwas Gutes tun? Nehmen Sie sich ein Beispiel am „Windel-Willy“. Oft bedeutet Veränderung tatsächlich Verbesserung. Sie müssen sich nur trauen!

Der nächste Beitrag kommt am Freitag, 22. Juli 2011.

Nicola Fritze, Deutschlands Motivationsfrau

Zur Autorin:

Nicola Fritze ist Deutschlands Motivationsfrau. Mit ihrem Motto "Anders denken – anders handeln" begeistert die Trainerin und Rednerin jährlich tausende von Menschen.

Ihre zwei Podcasts "Das Abenteuer Motivation" und "Der Fritze-Blitz" zählen zu den erfolgreichsten Podcasts zum Thema Motivation und Persönlichkeitsbildung. Ihre Hörsendungen erreichen mehr als 30000 Hörerinnen und Hörer.

Anfang 2011 erschien ihr neues Buch "Raus aus der Grübelfalle Wie Sie Ihre Denkgewohnheiten ändern und Ihre Persönlichkeit gezielt weiter entwickeln". Hierin zeigt Nicola Fritze augenzwinkernd auf, wie wir mit Hilfe des Konzepts der inneren Stimmen handeln, statt immer nur zu grübeln.

Mehr über die Motivationsfrau erfahren Sie unter www.nicolafritze.de.

 

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