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Anders denken: Steuern Sie Ihre Stimmung!

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie „Anders denken“. Nachdem Sie im letzten Beitrag erfahren haben, warum Ihre Mitarbeiter die Besten sind verrät Ihnen Deutschlands Motivationsfrau, Nicola Fritze, wie Sie sich mit einem Lächeln selbst motivieren und somit Einfluss auf Ihre Stimmung nehmen können.

Haben Sie schon einmal absichtlich grimmig geschaut? So getan, als seien Sie so richtig gestresst? Machen Sie mal, für wenige Augenblicke! Legen Sie die Stirn in Falten, ziehen Sie die Mundwinkel nach unten. Ziehen Sie die Schultern zusammen, verkrampfen Sie Ihren Bauch. Die Atmung schön flach, die Augen zusammenkneifen! Und dann noch die Hände zur Faust ballen. Na, wie fühlt sich das an? Schrecklich, oder?

Körper & Geist – aus Simulation wird Realität

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Unser Gesichtsausdruck hat Einfluss auf unsere Stimmung. (Bild: Jorma Bork / pixelio.de)

Fühlen Sie mal in sich rein. Geht es Ihnen besser oder schlechter als vorher? Spüren Sie eventuell sogar wirklich Stress? Dann merken Sie, dass aus der Simulation schnell Wirklichkeit werden kann. Das, was wir nur spielen, ist auf einmal echt. Unsere verkrampften Körperteile beeinflussen unsere innere Stimmung so stark, dass unsere Psyche sozusagen auf den Körper reinfällt.

Eigentlich ist das doch verwunderlich. Warum verändert sich unsere Stimmung, nur weil unser Körper kurz ein bisschen verkrampft sind? Ist ja schließlich nur gespielt. Und lernen wir nicht von Kind an, dass Körper und Geist zwei ganz unterschiedliche Dinge sind? So ist ja auch unser Arbeitsleben organisiert: Wir sollen leistungsstark, kreativ und effizient sein – während unser Körper acht Stunden lang oder mehr an einen Stuhl gebunden ist. Oft unbewegt, in ergonomisch ungünstiger Position. Offensichtlich gehen wir davon aus, dass unser Geist unabhängig von unserem Körper Hochleistung erbringen kann.

Unsere Muskeln steuern unsere Stimmung

Nicht nur unser Selbsttest, auch die Forschung sagt: Damit liegen wir absolut falsch. Tatsächlich sind die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist viel enger als viele von uns es vermuten würden. Grundsätzlich ist es so, dass unser kognitives System, unser Denken und die Psyche immer in engem Verhältnis zum ganzen Körper stehen. Und damit auch unser Gehirn. Wenn es dem einen Teil schlecht geht, leidet auch der andere. Wo es uns körperlich schlecht geht, können wir geistig nicht zu Hochform auflaufen. Und wo unser Hirn sich nicht entfalten darf, leidet auch das körperliche Wohlergehen.

Zwei Experimente aus der Forschung zeigen das eindrucksvoll. So hat der Wissenschaftler Paul Ekman in einer Studie zur Vermessung von Gesichtsbewegungen herausgefunden, dass wir unsere Stimmung unmittelbar mit unserem Gesicht steuern können. Ja, Sie hören richtig. Wenn wir lachen, auch wenn uns nicht danach ist, reagiert unsere Psyche mit positiven Emotionen. Genauso wenn wir unser Gesicht verkrampfen, die Mundwinkel nach unten ziehen oder die Stirn runzeln – das lockt negative Emotionen, die unser Wohlergehen sinken lassen. Unser Nervensystem reagiert also unmittelbar auf das, was unsere Muskeln machen, und damit auch unsere Stimmung.

Lächeln Sie!

Ebenso eindrucksvoll ist ein Experiment von John Riskind und Carolyn Gotay aus den 1980er Jahren. Die Forscher haben eine Versuchsgruppe acht Minuten in einer bequemen Haltung sitzen lassen, während eine andere Testgruppe extrem unbequem und verkrümmt auf einem Stuhl sitzen musste. Danach sollten die jeweiligen Testpersonen aus beiden Versuchsgruppen frustrierende, unlösbare geometrische Puzzles lösen. Das Ergebnis: Diejenigen, die vorher für nur wenige Minuten unbequem sitzen mussten, waren deutlich schneller frustriert und zur Aufgabe bereit als diejenigen, die aufrecht und bequem auf diesen Frust-Test warten konnten.

Unsere Leistung steht also in direktem Zusammenhang mit unserem körperlichen Wohlbefinden. Wenn wir uns körperlich unwohl fühlen, leidet unsere Fähigkeit zu denken – und uns auch psychisch wohlzufühlen. Denken Sie daran, wenn Sie mal wieder so richtig im Stress sind. Atmen Sie durch, richten Sie Ihren Körper auf, lächeln Sie! Wenn Sie das ein paar Minuten lang durchhalten, wird es Ihnen schnell besser gehen. Ihre Psyche hellt sich auf, die Stimmung bessert sich. Viel Spaß dabei!

Über Nicola Fritze

SHEnote, Keynote-Speaker Fritze, Nicola
Deutschlands Motivationsfrau und SHEnote-Speaker Nicola Fritze. (© Foto: privat)

Seit 2001 ist Nicola Fritze vielgefragte Rednerin und Trainerin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Ihre erfolgreichen Audio-Podcasts „Abenteuer Motivation“ und „Fritze-Blitz“ inspirieren seit 2006 regelmäßig über 30.000 Abonnenten. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Hörsendungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Im Februar 2013 erschien ihr neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (SüdWest, 16,99 €) Darin zeigt Nicola Fritze 50 praxisnahe und effektive Methoden auf, wie Lebensfreude und Motivation langfristig zu steigern sind. Weitere Informationen sowie ihre beiden erfolgreichen Hörsendungen finden Sie auf www.nicolafritze.de.

Christoph Schroeder

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