Neue Medien

Anonymous gründet mit Anontune eigene Musik-Plattform

Das Internetkollektiv Anonymous bietet scheinbar mehr als Youtube-Videos und Angriffe gegen Webseiten. Wer dieser Aussage keinen Glauben schenkt, kann sich nun davon überzeugen.

Auf dem frischen Portal Anontune.com gibt es momentan noch nicht allzu viel zu sehen. Ein Video, ein paar Blogbeiträge und ein White Paper über die Intentionen des Projektes. Dieses befindet sich nach Aussage der Macher immer noch in einer frühen Phase der Entwicklung und wirkt auf den Betrachter recht nebulös. Die Autoren wollen mit ihrem Vorhaben neue Türen im Bereich der Online-Musik aufstoßen, allerdings nicht, ohne vorher den großen Musikkonzernen die üblichen, aber auch gerechtfertigten Vorwürfe zu machen. Speziell geht es dabei um Monopolansprüche, Kapitalstreben und Kommerzialisierung der Kunst.

Das bisher Erstaunliche an Anontune ist eine Ankündigung die die Macher auf der Seite platzierten: „Anontune wird kein kopiergeschütztes Material als Download zur Verfügung stellen, noch wird es geschützte Musik als Stream anbieten.“ Und kurz darauf folgt ein nahezu paradoxer Satz in der Geschichte des Hackerkollektivs: „Dieses Mal wird das Gesetz auf unserer Seite sein.“ 

Doch was macht Anontune nun aus, was so besonders sein soll? Das ist schwer zu sagen und detaillierte Informationen sind nur schwer zu finden. Das Konzept beruht mehr auf einem Leitfaden, einer Anleitung und einem Informationsportal rund um die Online Musik. Man verspricht nach Vollendung der Entwicklung neue Wege im Suchen und Genießen von musikalischen Werken. Wie die Anonymous-Macher das bewerkstelligen werden, bleibt wohl momentan noch ein Geheimnis. Die Ziele des Portals sind jedoch klar definiert, wenn auch nur schwer vorstellbar:

1. Offener Zugang zur Plattform und all seinen Informationen für Entwickler, Suchende und Nutzer.
2. Schutz vor Verfolgung.
3. Eine flexible und dynamische Organisation von Musik-Netzwerken.
4. Verbesserter Hörgenuß.
5. Eine soziale Umgebung und ein Modell zum Teilen und Entdecken von Musik.
6. Eine Plattform für Experimente und Innovationen.

Dennoch darf man gespannt verfolgen, wie das Kollektiv mit einem solch sensiblen Thema umgehen werden, da vor allem im Bereich der Musik, oftmals Kritik an der vorsintflutlichen Modellen der Musikindustrie laut wird. Anonymous könnte hier ein Vorzeigemodell schaffen, dass vielleicht auch anderswo Zuspruch und Nachahmung findet.

(sm)
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.