Apple, Smartphones und Tablets verhelfen Nasdaq erstmals seit dem Platzen der DotCom-Blase vor zwölf Jahren über 3.000 Punkte

Mrz 15 2012 • WirtschaftKeine Kommentare

Im Jahr 2000 platzte die DotCom-Blase der New Economy, die so genannte Internetblase. Die US-Technologiebörse Nasdaq blähte sich im Zuge der Blase zunächst auf über 5.000 Punkte auf und rauschte dann in die Tiefe und verharrte bis Dienstag knapp zwölf Jahre lang unter der Marke von 3.000 Punkten. Durch den Boom der Smartphone- und Tablet-Branche und getragen von der Apple-Euphorie stieg der Nasdaq nun wieder zum Handelsschluss am Dienstagabend auf 3039,88 Punkte. Mit rund 11,5% hat die Apple-Aktie dabei das mit Abstand größte Gewicht bei der Indexberechnung.

Mit einem Kurs von derzeit 568 Dollar stellt die Apple-Aktie einen eigenen Rekord nach dem anderen auf. Im Jahr 2000 war das Papier noch 9,50 Dollar wert. Vor fünf Jahren lag der Kurs dann schon bei 140 Dollar. Die Analysten von Morgan Stanley geben mittlerweile sogar das Kursziel von 720 Dollar aus, sogar 960 Dollar seien im Bestfall realistisch. Mit rund 568 Dollar pro Aktie ist Apple dabei jetzt schon das laut dem Börsenwert wertvollste Unternehmen der Welt. Allein in den drei letzten Monaten des vierten Quartals 2011 wurde ein Rekordgewinn von 13 Milliarden Dollar eingefahren (+118%), der Umsatz lag bei 46,33 Milliarden Dollar (+73%). Durch den gestiegenen Aktienkurs kommt Apple inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von über 420 Milliarden Dollar und hat damit den US-Ölgiganten Exxon Mobile als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abgelöst.

Der Zusatz börsennotiert ist allerdings wichtig, da beispielsweise die staatliche Saudi-Aramco, der weltweit größte Ölkonzern aus der absolutistischen Golfmonarchie Saudi-Arabien, beide Unternehmen deutlich an Wert übertrifft, allerdings nicht an der Börse gelistet ist. Saudi-Aramco lässt sich zudem mangels Transparenz auch kaum schätzen. Laut der Financial Times „FT Non-Public 150“ Liste kam die staatliche Saudi-Aramco jedoch bereits 2005 auf einen reinen Marktwert von 781 Milliarden Dollar. Apple ist allerdings laut dem Börsenwert dennoch wertvoller, als die fünf größten deutschen Dax-Riesen Siemens, SAP, BASF, Daimler und Deutsche Telekom zusammen. Apple erzielte 2011 einen Jahresumsatz von 108,249 Milliarden Dollar, einen Gewinn vor Steuern von 34,205 Milliarden Dollar und einen Gewinn nach Steuern in der Höhe von 25,922 Milliarden Dollar. Der Ölgigant Exxon kam 2011 auf einen Umsatz von 486,4 Milliarden Dollar, einen Vorsteuergewinn von 73,3 Milliarden Euro und einem Gewinn nach Steuern in Höhe von 42,2 Milliarden Dollar.

Wäre Apple nicht im Nasdaq, sondern im Dow Jones gelistet, in den 2009 allerdings der Netzwerkausrüster Cisco aufgenommen wurde, dann würde der Dow Jones nun um 2.000 Punkte Höher auf dem Allzeit-Rekordhoch von 15.000 Punkten liegen – mehr als 800 Punkte über dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2008, so eine Berechnung des Risikoinvestors Greylock Partners.
(mb)

 


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