Neue Medien

Apple verbannt apple-kritisches Spiel aus dem App-Store

Ein nettes kleines Spiel für Handys. Im Anfangslevel war es die Aufgabe des Spielers, schwerbewaffnet Kinder anzutreiben, damit sie das für die Herstellung von Elektronik so bedeutende Erz Coltan aus den kongolesischen Minen noch schneller schürfen. War das geschafft ging die virtuelle Reise nach Asien. Dort steuerte man den Helden über ein Fabrikgelände und versuchte nach bester Moorhuhnart sich vom Dach stürzende Arbeiter mit einem Netz aufzufangen. Am Ende des Spiels wurde der Protagonist damit beauftragt in die Rolle eines Verkäufers zu schlüpfen und dann möglichst vielen Menschen ein und dasselbe Handy als Zeichen einer individuellen Persönlichkeit zu verkaufen.

Ein Spiel mit einem gewissen Anspruch. Leider passte es Apple aber gar nicht so richtig ins Konzept und so wurde das Spiel wenige Stunden nach Erscheinen wieder aus dem Apple Store entfernt. Die Begründung: Gewalt gegen Kinder habe keinen Platz im Apple Store. Das klingt makaber, da Kinderarbeit in der Appleproduktionskette scheinbar nicht unüblich ist.

Das Spiel stammte von einer italienischen Künstlergruppe, die damit auf die intransparenten und kontrovers diskutierten Arbeitsbedingungen bei Apples Zulieferfirmen anspielen.

(sm)

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