Wirtschaft

Arbeitgeberpräsident Hundt gegen Konjunkturpessimismus

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat beim Deutschen Arbeitgebertag in Berlin mit deutlichen Worten vor einem Konjunkturpessimismus und einer übertriebenen Schwarzmalerei gewarnt. „Wir sollten nicht immer gleich auf hohem Niveau klagen und bei jeder Wolke am Konjunkturhimmel in Pessimismus verfallen. Man kann eine Rezession auch herbeireden – aber genau daran sollte sich niemand in unserem Land Interesse haben und sich daran beteiligen.“ Hundt war einen Tag zuvor von der Mitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes BDA für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden.

Trotz der Anzeichen für eine Abschwächung der Weltkonjunktur sprach der Arbeitgeberpräsident von einem Boom auf dem Arbeitsmarkt und Rekordbeschäftigung. Auch wenn sich das Wachstum im nächsten Jahr abschwächen sollte, erwartet Hundt immer noch eine anhaltend positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Das Hauptproblem sei daher der Fachkräftemangel.

Vor einem übertriebenen Konjunkturpessimismus hatte Mitte September bereits Franz Fehrenbach, Chef des weltgrößten Autozulieferers Bosch, deutlich gewarnt, damit würde man lediglich den Aufschwung kaputt reden: „Ich warne eindringlich davor, durch verbale Übertreibungen und panische Bremsreaktionen eine Rezession herbeizureden. (…) Von einer Rezession sind wir weit entfernt.“ Fehrenbach sieht die größte Gefahr derzeit in der politischen Glaubwürdigkeitskrise, sollte es der Politik nicht gelingen, das Primat des Handelns zurückzugewinnen. Die Politik dürfe sich dabei nicht länger von den Finanzmärkten treiben lassen. „Allen Beteiligten muss klar sein, dass diese Krise nicht innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre zu lösen ist – das ist ein Fünf- oder eher Zehnjahresprogramm.“

 

 

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