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Ernst Kistler zu 50plus: Schon heute ist eine Alterung der Belegschaften festzustellen

[Bild: Rainer Sturm / pixelio.de]

Am Dienstag, den 18.06. 2013 startet das BBZ-Augsburg zusammen mit AGITANO, Wirtschaftsforum Mittelstand, die fünfteilige Eventreihe „Erfolgreiche Personalarbeit 2.0´13 – Trends & Strategien für den Mittelstand“. Im Rahmen der After Work Challenge „Meet & Greet on the Green“ erfahren Unternehmer, Geschäftsführer und Personalleiter auf der GolfRange Augsburg alles zum Thema Fachkräftesicherung durch die Beschäftigung von Arbeitnehmern 50 plus.

Hier erfahren Sie mehr zum kostenfreien Event bzw. Anmeldemöglichkeiten.

AGITANO Augsburg, das Onlinemagazin für die mittelständische Wirtschaft aus der Region Augsburg & Bayerisch-Schwaben sprach aus diesem Anlass mit Prof. Dr. Ernst Kistler. Der renommierte Sozialökonom wird im Rahmen von „Meet & Greet on the Green“ dem interessierten Fachpublikum einen spannenden Input zum Thema Fachkräftesicherung und Arbeitnehmer 50 plus bieten.

Schönen guten Tag Herr Kistler. Bitte stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.

Foto: INIFES
Ernst Kistler (Foto: INIFES)

Ich bin Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler mit den Hauptarbeitsgebieten Arbeitsmarkt- und Sozialberichterstattung, Demografischer Wandel und Arbeitsbedingungen. Seit gut 20 Jahren leite ich das INIFES – das Internationales Institut Für Empirische Sozialökonomie, welches 1975 in Stadtbergen bei Augsburg gegründet wurde.

Eines der drei Themen, die sich die Wirtschaft aus der Region Augsburg & Bayerisch-Schwaben für 2013 auf die Agenda geschrieben hat, ist die Fachkräftesicherung. Insbesondere für die unter dem Begriff MINT* zusammengefassten Berufe sowie im Bereich der Logistik und der Gesundheitswirtschaft wird von regionalen Wirtschaftsverbänden ein Fachkräftemangel vorausgesagt.

An welchen Punkten stimmen Sie mit dieser Prognose überein? An welchen nicht?

Es stimmt: Langfristig wird auch in Bayern das Erwerbspersonenpotenzial (= Angebot an Arbeitskräften) etwas geringer werden. Schon heute ist eine Alterung der Belegschaften festzustellen.

Man darf aber keinesfalls Stellenbesetzungsprobleme mit einem Fachkräftemangel gleichsetzen. Solche periodischen Probleme sind an einem funktionierenden Arbeitsmarkt genauso normal wie eine gewisse Sucharbeitslosigkeit. Hätten wir einen solchen, so würden sich die Löhne und Arbeitsbedingungen anders entwickeln – gerade in der Gesundheitswirtschaft und Logistik. Wir haben in Deutschland rund drei Millionen registrierte Arbeitslose und insgesamt rund 7 Millionen Unterbeschäftigte – und keinen Fachkräftemangel! Was es, wie schon immer, gibt, sind Passungsprobleme zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen – bei sehr stark gestiegenem Anforderungsniveau der Betriebe.

Erfahren Sie auf Seite 2 mehr zum Thema Fachkräftesicherung durch Arbeitnehmer 50plus. Unter anderem: Was Arbeitgeber müssen, um Arbeitnehmern 50plus eine längere Arbeitszeit überhaupt zu ermöglichen.

Christoph Schroeder

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