Regionales

Arbeitsgruppe IT Koop Nutzen sehr aktiv

Auch im vergangenen Jahr hat die bereits seit 2008 bestehende AG Nutzen ihre Treffen nach dem inzwischen bewährten Verfahren fortgesetzt. Abwechselnd organisieren Mitglieder der Gruppe ihre Begegnungen an unterschiedlichen Orten, entweder in den Geschäftsräumen einzelner Gruppenmitglieder oder in Lokalen in und um München. Rein informelle Treffen und geselliges Miteinander mischen sich mit Vorträgen einzelner Gruppenmitglieder oder auch externer Referenten zu ausgesuchten Sachthemen.

Das jüngste Treffen dieser Art fand bei den Stadtwerken München statt, bei dem eines der Gruppenmitglieder, Dr. Wilfried Ruß, einen äußerst interessanten und spannenden Einblick in die Art und Weise gab, wie sich die Stadtwerke des Themas „Erneuerbare Energien“ annehmen.

Dabei trat für die meisten Teilnehmer überraschend Neues zutage. Nicht nur, zu erfahren, dass die Stadtwerke der viertgrößte Stromanbieter innerhalb der Bundesrepublik sind. Sie sind auch federführend wenn es um das Thema der erneuerbaren Energien geht und bieten Ökostrom mittlerweile deutschlandweit sehr erfolgreich an.

Interessant ist, dass dies mit einem ausgeklügelten Konzept und Softwaresystem ausschließlich über das Internet erfolgt. Ausgeklügelt und klar ist auch die Zielgruppenausrichtung – innerhalb Münchens jeder Haushalt mit dem kompletten Produktportfolio, außerhalb Münchens die Gruppe der sogenannten LOHAS, eine Gruppe von Menschen, die sich einen „Lifestyle of Health and Sustainability“ zu eigen gemacht haben. Sie machen etwa 20% der Bevölkerung aus.

Dass das Konzept aufgeht, zeigt der überragende Erfolg, den die Stadtwerke München in ganz Deutschland bei der Neukundengewinnung haben. Interessant war auch, zu erfahren, dass der Anteil der erneuerbaren Energien 2010 bereits an die 20% des Gesamtenergiehaushalts betrug und sich unterschiedlichen Prognosen zufolge in den kommenden vier Jahrzehnten mindestens verdoppeln wird, unter Umständen aber auch schon nahe bei 100% liegen.

Gerade die Windkraft spielt dabei mit rund einem Drittel eine herausragende Rolle und hat zugleich das höchste Steigerungspotenzial. Dagegen bewegt sich die Photovoltaik mit einem Anteil von 12% auf einem niederen Niveau. Hinzu kommt, dass sie mit einem Wirkungsgrad von 8-12% im Vergleich zu anderen Energieträgern eher schlecht abschneidet.

Die große Herausforderung ist die hohe Volatilität der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien. Während einerseits die Stromeinspeisung der Kraftwerke in die Netze genau dem Verbrauch entsprechen muss, steht andererseits Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse sehr von Umwelteinflüssen abhängig zur Verfügung. Dies muss durch gezielte Steuerungsmaßnahmen ausgeglichen werden, wie etwa Verbrauchsregulierung durch Pumpkraftwerke, die bereits heute europaweit miteinander verbunden sind, bis hinauf nach Norwegen.

Mittelfristig müssen aber auch die Speicherungstechnologien für Strom verbessert werden, durch deutlich verzweigtere Netze die Stromverteilung erleichtert und durch schnell an- und abschaltbare Gaskraftwerke ein wirksames Regulativ geschaffen werden. In diesem Zusammenhang erweist sich die Einordnung der Kernkraft als Übergangstechnologie als Mär. Kernkraftwerke benötigen viel zu lange für den Anlauf und das Herunterfahren, um damit Versorgungspeaks Ausgleich zu können. Sie sind für diesen Zweck unbrauchbare, unflexible Dinosaurier, deren hauptsächliche Daseinsberechtigung heute noch darin besteht, dass sie längst abgeschrieben und damit für die Versorger eine billige Erzeugungsquelle sind. Zudem kämpfen gerade die Großen der Branche mit ihren Altlasten, den Beständen an Kern- und Kohlekraftwerken, die nur mit erheblichen Investitionen durch flexiblere Technologien ersetzt werden können. Hier sind die Stadtwerke München klar im Vorteil. Daher können sie bereits 2011 den gesamten privaten Stromverbrauch ihrer privaten Kunden durch erneuerbare Energien abdecken.

Die AG Nutzen wird ihr Programm auch weiterhin mit spannenden Themen fortsetzen. Beim nächsten Treffen, nach den Osterferien, steht das Thema Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen angesichts der Herausforderungen der kommenden Jahre auf dem Programm – stabiler wirtschaftlicher Erfolg und WERT-Schöpfung auf der Grundlage von Humanität und Ethik. Die Gruppe freut sich über weitere Interessenten und Teilnehmer.

 

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