Materialforschung

Arbeitskleidung: Die Innovationen schreiten voran

Neue Hightech-Materialien ermöglichen der Industrie zunehmend neue Anwendungsmöglichkeiten für Arbeitskleidung. Einige Entwicklungen haben den Sprung raus dem Labor und mitten hinein in die schöne neue Arbeitswelt bereits geschafft. Bei anderen dauert es noch ein paar Jahre, bis sie auf den Markt gelangen. Hier ein kleiner Ausblick.

Arbeiten bei -49 Grad Celsius? Kein Problem!

Handschuhe Arbeit, Kfz
Neue Hightech-Materialien ermöglichen zukünftig völlig neue Anwendungsmöglichkeiten (Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de).

Der Winter 2013 / 2014 war vor allem eines: mild. Und auch, wenn Klimaforscher in Bezug auf Kälte und Wärme künftig extremere Temperaturschwankungen für uns Mitteleuropäer hervorsagen, werden derartige Werte in unseren Breitengraden wohl nicht zu erwarten sein.

Ganz anders sieht es für Menschen aus, die ihre Arbeitstätigkeiten in einem Kühlhaus nachgehen. Hier sind Temperaturen von -25 Grad Celsius und weit mehr keine Seltenheit. Für diese Berufsgruppe forscht das Hohenstein Institute seit gut einem Jahr an Schutzausrüstungen mit deren Hilfe man auch bei -49 Grad ohne Probleme seinem Tagewerk wird nachgehen können.

Mit künstlicher Muskelkraft zu mehr (Arbeits-) Sicherheit

In einem ganz anderem Bereich, dem integrierter künstlicher Muskeln, ist man ebenfalls weiter als man gemeinhin denken würde. So werden Endoskelette bereits von der japanischen Polizei eingesetzt. Darüber hinaus ist geplant, diese künstlichen Muskeln dergestalt in die (Berufs-) Bekleidung zu integrieren, dass dies nicht nur Alten, Kranken und Gehbehinderten helfen könnte, sondern darüber hinaus die Gestaltung besonders praxistauglicher Funktions- und Arbeitskleidung ermöglicht, welche die Arbeitskraft deutlich erhöhen kann.

Hygienisch unbedenkliches Arbeiten im Labor


Wo man (noch) in den Kinderschuhen steckt, ist in der hygienisch hoch sensiblen Labormedizin. Forscher der University of Michigan gaben Ende Januar 2013 bekannt, eine Nanobeschichtung speziell für Labor-Schutzkleidung entwickelt zu haben. Das Bemerkenswerte: die Beschichtung kann erstmals auch Flüssigkeiten mit geringer Oberflächenspannung und sogenannte nichtnewtonsche Flüssigkeiten, konkret Öle, Alkohole, organische Säuren, Shampoos, Farben oder Lösungsmittel abweisen. Wenn die Wissenschaftler ihre Arbeiten zur Marktreife bringen könnten, wäre das nichts weniger als eine  Revolution, gerade bei Arbeitskleidung, die in hygienisch sensiblen Branchen wie der Arzneimittelforschung und dem OP-Bereich Anwendung findet.

Von Bürsten und Besen zum Modelabel für Arbeitsschutz

Kehrbesen, Besen
Was hat ein Kehrbesen mit modernen Arbeitsschutz zu tun? Mehr als man glaubt (Bild: Erika Hartmann / pixelio.de).

Alles unvorstellbar? Heute vielleicht. Aber Ähnliches sagte man einst über das Automobil und das Flugzeug – beides Transportmittel, die für uns inzwischen selbstverständlich sind. Unvorstellbar sind auch die Wandlungen, die einige Unternehmen hinter sich haben. Oder würde Sie den Namen Engelbert Strauss (engelbert-strauss.at) mit dem Vertrieb von Bürsten und Besen verbinden? Vermutlich nicht, aber genau damit hat eines der führenden Versand- und Einzelhandelsunternehmen für Berufsbekleidung und Arbeitsschutz vor über 60 Jahren angefangen. Eine Entwicklung, die damals auch keiner vorherzusagen gewagt hätte.

Christoph Schroeder

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