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Arbeitslosenquote im EU-Vergleich: Im Euroraum bei 12,0%, in der EU bei 10,9%

EU, Europa, Euroraum, Wirtschaftspolitik
[Bild: Europäische Union / cc-by rockcohen]

Im Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Februar 2013 bei 12,0%, stabil gegenüber Januar. In der EU27 lag die Arbeitslosenquote bei 10,9%, gegenüber 10,8% im vorherigen Monat. Im Vergleich zum Februar 2012 sind die Quoten in beiden Gebieten deutlich gestiegen; in jenem Monat hatten sie 10,9% bzw. 10,2% betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

Eurostat schätzt, dass im Februar 2013 in der EU27 insgesamt 26,338 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren, davon 19,071 Millionen im Euroraum. Gegenüber Januar 2013 stieg die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU27 um 76 000 und im Euroraum um 33 000. Gegenüber Februar 2012 nahm die Zahl der Arbeitslosen in der EU27 um 1,805 Millionen und im Euroraum um 1,775 Millionen zu.

Von den Mitgliedstaaten verzeichneten Österreich (4,8%), Deutschland (5,4%), Luxemburg (5,5%) sowie die Niederlande (6,2%) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (26,4% im Dezember 2012), Spanien (26,3%) und Portugal (17,5%).

Die Arbeitslosenquote stieg über ein Jahr betrachtet in neunzehn Mitgliedstaaten und fiel in acht. Die höchsten Anstiege meldeten Griechenland (von 21,4% auf 26,4% zwischen Dezember 2011 und Dezember 2012), Zypern (von 10,2% auf 14,0%), Portugal (von 14,8% auf 17,5%) und Spanien (von 23,9% auf 26,3%).Die höchsten Rückgänge verzeichneten Lettland (von 15,6% auf 14,3% zwischen dem vierten Quartal 2011 und 2012), Estland (von 10,8% auf 9,9% zwischen Januar 2012 und Januar 2013) und Irland (von 15,1% auf 14,2%).

Vergleicht man Februar 2012 mit Februar 2013, so stieg die Arbeitslosenquote der Männer im Euroraum von 10,7% auf 11,9% und in der EU27 von 10,1% auf 10,9%. Die Arbeitslosenquote der Frauen nahm im Euroraum von 11,2% auf 12,0% zu und in der EU27 von 10,3% auf 10,9%.

Im Februar 2013 waren in der EU27 5,694 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon 3,581 Millionen im Euroraum. Gegenüber Februar 2012 stieg deren Zahl in der EU27 um 196 000 und im Euroraum um 188 000. Die Jugendarbeitslosenquote lag im Februar 2013 in der EU27 bei 23,5% und im Euroraum bei 23,9%. Im Februar 2012 hatten die Quoten 22,5% bzw. 22,3% betragen. Die niedrigsten Quoten im Februar 2013 verzeichneten Deutschland (7,7%), Österreich (8,9%) und die Niederlande (10,4%), und die höchsten Quoten meldeten Griechenland (58,4% im Dezember 2012), Spanien (55,7%), Portugal (38,2%) und Italien (37,8%).

Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Februar 2013 bei 7,7%. In Japan lag die Quote im Januar 2013 bei 4,2%.

Arbeitslosigkeit, EU-Vergleich, EU, Euroraum
Quelle: Eurostat

(Eurostat)

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Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern: Im EU-Vergleich herrscht die größte Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen in Polen, wo der Unterschied lediglich 2% beträgt. Im Durchschnitt kommen die 27 EU-Mitgliedsstaaten auf einen Gender Pay Gap von 16,4%. Schlusslicht ist Estland mit 27%. Deutschland rangiert mit Rang 24 ebenfalls am Negativende der Rangliste. EU-Justizkommissarin Reding hatte die Veröffentlichung folgendermaßen kommentiert: „Der Grundsatz ‘gleiche Arbeit, gleicher Lohn’ ist seit 1957 in den EU-Verträgen verankert. Es ist höchste Zeit, dass er überall durchgesetzt wird.“

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Energieverbrauch: Grad der Energieabhängigkeit der EU 2011 bei 54%. Seit Anfang 2009 hat sich die Rohstoff-Importrechnung der EU laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nahezu verdoppelt. Die 27 EU-Staaten gaben zusammen zuletzt mehr als 400 Milliarden Euro für den Import nicht-nachwachsender Rohstoffe aus. Den Löwenanteil dabei für den Import der Energieträger Öl und Gas. Dieser jedes Jahr aufs neue anfallende Kostenblock würde ausreichen, um Griechenlands Staatsschulden auf einen Schlag zurückzuzahlen… (mehr im Artikel).

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Niedriglohn im EU-Vergleich: Jeder Sechste ein Niedriglohnempfänger. Der Anteil der Niedriglohnempfänger an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer belief sich in der EU27 im Jahr 2010 auf 17,0%. Dieser Anteil variierte deutlich zwischen den Mitgliedstaaten: Die größten Anteile verzeichneten Lettland (27,8%), Litauen (27,2%) und Rumänien (25,6%), die niedrigsten Schweden (2,5%), Finnland (5,9%), Frankreich (6,1%), Belgien (6,4%) und Dänemark (7,7%). (Mehr im Artikel.)

(mb)

Marc Brümmer

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