Energie & Umwelt

Atomausstieg braucht Möglichkeit zum Nachjustieren

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel warnt vor einem irreversiblen Atomausstieg, vor höheren Strompreisen und kritischen Netzschwankungen:

„Die deutlich erkennbare politische Absicht, in einem beispiellos beschleunigten Verfahren einen finalen und irreversiblen Schlusspunkt für die Nutzung von Kernenergie in diesem Land zu fixieren, erfüllt mich zunehmend mit Sorge. Ein so komplexes Vorhaben wie ein Atomausstieg, bei dem Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Klima- und Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit erfüllt sein müssen, braucht die Möglichkeit zum Nachjustieren – auch auf der Zeitschiene.“

„Die Erreichung der Klimaschutzziele wird schwieriger und viel teurer, da der Wegfall der CO2-armen Kernkraft durch zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke zu kompensieren ist. Die Stromerzeuger werden also mehr Emissionszertifikate kaufen müssen. Das wird die Strompreise in die Höhe treiben. Wir verlangen Alternativen, die Wirtschaft, Verbraucher und Klima nicht über Gebühr belasten. Wir müssen in Deutschland Produktion und Arbeitsplätze sichern.“

„Die Netze sind jetzt schon bis an ihre Grenzen ausgelastet. Industrieunternehmen mit empfindlichen Maschinen hatten durch kleinere Netzschwankungen im Millisekundenbereich bereits stundenlange Produktionsausfälle. Die zuverlässig gesicherte Stromversorgung rund um die Uhr gehört zu den Stärken des Industriestandorts Deutschland. Wenn sie nicht mehr gewährleistet ist, schwächt dies das Industrieland Deutschland. Die Politik muss bei der Energiewende die Netz- und Systemstabilität garantieren.“

 

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