Energie & Umwelt

Auch EnBW verhandelt über strategische Partnerschaft mit Russland

Die deutsche Nummer zwei im Energiemarkt, RWE hatte letzte Woche bereits ein Memorandum of Understanding über eine Zusammenarbeit mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom vereinbart. Die Details der Vereinbarung sollen binnen drei Monaten konkretisiert werden. Nun will ein weiterer der vier deutschen Energieriesen (zusammen 80% des Marktes) seine Kontakte nach Russland vertiefen. EnBW, seit letztem Jahr zu 45% zurück im Besitz des Landes Baden-Württemberg, hat mit dem sibirischen Gasanbieter Novatek – Russlands größten unabhängigen Gasförderer – Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft aufgenommen. Die Gespräche seien bereits weit vorangeschritten. Dabei soll es sich um eine Kooperation im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro handeln. Die künftige Strategie des deutschen Energieversorgers soll nun auf einer Versammlung des EnBW-Vorstands und Aufsichtsrat noch Ende des Monats beschlossen werden. Die neue grün-rote Landesregierung dürfte hier ein entscheidendes Wort mitsprechen. Dabei dürfte allerdings über den Umbau des Konzerns selbst Einigkeit herrschen: EnBW muss weg von der Atomkraft und will dafür sein Gasgeschäft ausbauen, um auch von dem reinen Strommarkt unabhängiger zu werden. Bislang wurde über die Hälfte des EnBW-Stroms in seinen vier AKW erzeugt. Davon mussten bereits zwei im Zuge der Energiewende abgeschaltet werden (Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1).
 

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