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Ausbau Erneuerbarer Energien: Unternehmen profitieren von sinkenden Strompreisen

Bislang waren die die preissenkenden Effekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien nur am so genannten Spotmarkt erkennbar. Laut Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands Erneuerbarer Energien (BEE), werden in Zukunft auch jene Betriebe in den Genuss günstiger Strompreise kommen, die sich über langfristige Lieferverträge mit Energie eindecken. Auch aktuelle Erhebungen der KfW-Bankengruppe und Untersuchungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) unterstützen die Aussagen Schütz.

Energiebörse (EEX): Preis für von Grundlaststrom um 24 Prozent gesunken

Entwickunlg der Kurse
Wir werden sich die Preise für Strom, im Rahmen des Ausbaus Erneuerbarer Energien, an den Börsen entwickeln? (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Hintergrund: Der Ausbau Erneuerbarer Energien lässt die Strompreise mittlerweile an allen Handelsmärkten der Strombörse fallen. Die europäische Energiebörse (EEX) notiert den Preis für die Lieferung von Grundlaststrom für das kommende Jahr 2014 bei 3,661 Cent pro Kilowattstunde (Stand 31. Juli) – und damit rund 24 Prozent niedriger als im Vorjahr. Von den niedrigen Börsenstrompreisen haben bislang nur Unternehmen profitiert, die in der Lage sind, kurzfristig am so genannten Spotmarkt einzukaufen. Jedoch aufgrund der oben beschrieben Entwicklungen geht der BEE davon aus, dass Unternehmen, die langfristige Verträge eingegangen sind, in Zukunft ebenfalls von Preissenkungen profitieren werden.

VIK: Strompreise für energieintensive Unternehmen sinken

Eine ähnliche Entwicklung zeigt auch der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) auf. Nach dessen Preisindex gehen die Strompreise für energieintensive Unternehmen seit nunmehr zwei Jahren nur in eine Richtung: nach unten. Momentan sind sie auf dem Stand von 2005.

KfW-Bankengruppe: Strompreis „nicht übermäßig gestiegen“

Aber auch für Unternehmen, die weit weniger Energie verbrauchen und dadurch nicht in den Genuss großzügiger Befreiungen kommen, stellt sich die Lage weniger angespannt dar, als häufig in der Öffentlichkeit behauptet: Aktuelle Erhebungen der KfW-Bankengruppe zeigen, dass der deutsche Strompreis im Vergleich zum EU-27-Preis im Durchschnitt „nicht übermäßig gestiegen“ ist. EU-weit seien die Preise zwischen 2008 und 2012 im Schnitt um 5 Prozent pro Jahr gestiegen. In Deutschland aber lediglich um 4,8 Prozent pro Jahr. Die KfW-Analysten kommen zu dem Schluss: „Ein Wettbewerbsnachteil im EU-Vergleich scheint deshalb nicht offensichtlich.“

BEE: Ungerechtfertigte Klagen über zu hohe Strompreise

Im Gegenteil: Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) stellt in einer Untersuchung fest, dass sich die Wettbewerbssituation vor allem für große und stromintensive Industriekunden in Deutschland seit 2007 sogar verbessert hat. So habe sich der Einkaufspreis für Großkunden an der Leipziger Strombörse von Januar 2008 bis Oktober 2012 um 22 Prozent verringert. „Gleichzeitig lagen die monatlichen Strompreise in diesem Zeitraum 7 Prozent unter dem Durchschnitt der restlichen europäischen Energiebörsen“, so die FÖS-Autoren. „Die Klagen mancher Industrievertreter über zu hohe Strompreise in Deutschland und einer drohenden Deindustrialisierung erscheinen vor diesem Hintergrund völlig ungerechtfertigt“, stellt BEE-Präsident Schütz klar.

(cs mit Informationen des Bundesverbands Erneuerbarer Energien)

Christoph Schroeder

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