Energie & Umwelt

Auswertung des ersten Langzeitversuchs mit Biokerosin im Luftverkehr erfolgreich, Verbrauch geht sogar um 1% zurück

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Auswertung des ersten Langzeitversuchs beim Einsatz von bio-synthetischem Kerosin im Linienbetrieb der Luftfahrt durchgeführt. Die Lufthansa hatte auf insgesamt 1.187 Linienflügen zwischen Hamburg und Frankfurt (acht pro Tag) 50% Biokerosin beigemischt, das das Mineralölunternehmen Neste Oil aus der Jatropha-Bohne, Rapsöl und tierischen Fetten gewonnen hatte. Ein Triebwerk des Airbus 321 wurde mit dieser 50:50 Mischung betankt, das andere mit marktüblichem Kerosin. Ziel ist es, das herkömmliche Kerosin auf der Basis des stetig teurer werdenden Erdöls langfristig durch einen besseren Treibstoff für eine nachhaltigere, umweltfreundlichere Luftfahrt zu ersetzen. Das Projekt wurde vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit 2,5 Millionen Euro unterstützt. Derzeit beträgt der Durchschnittsverbrauch pro Flugzeugpassagier auf 100 Kilometern rund 4,3 Liter Kerosin.

Weniger Verbrauch, gleicher Schadstoffausstoß:
Der Langzeitversuch ergab, dass die Beimischung des Biokerosins den Treibstoffverbrauch um 1% absenkte, was auf eine höhere Energiedichte zurückzuführen sei. Auch beim Schadstoffausstoß ist das Biokerosin den Messungen zufolge im Vergleich zu marktüblichem Kerosin mindestens gleichwertig. Auch alle wesentlichen treibstoffführenden Komponenten zwischen Tank und Triebwerk waren nach dem Betrieb mit Biokerosin in sehr gutem Zustand.

Trotz Alltagstauglichkeit vorerst noch Zukunftsmusik:
Laut der Lufthansa habe das Biokerosin seine Alltagstauglichkeit bewiesen. Die CO2 Ersparnis ist zudem seit der Einführung des CO2-Handels im Luftverkehr der EU Anfang 2012 bares Geld wert: Alle Fluggesellschaften sind demnach verpflichtet, für Flüge von und nach Europa Emissionsrechte in Form von CO2-Zertifikaten zu kaufen. Je weniger CO2 ein Flugzeug ausstößt, desto günstiger wird es demnach für die Fluggesellschaften. Laut Angaben der Lufthansa wurden bei den 1.187 Testflügen nun insgesamt 1.500 Tonnen CO2 eingespart. Das Problem sei jedoch, dass es derzeit aufgrund der begrenzten Menge an Raffinerien für Biokerosin, die sich von denen für Biodiesel unterscheiden, nicht genügend Biokerosin auf dem Markt gebe. Da die Lufthansa nach eigenen Angaben wert auf nachhaltig produzierten Bio-Kraftstoff legt, will das Unternehmen erst dann eine gewisse Menge des Biokraftstoffs beimischen, wenn auch genügend Raffinerien in Betrieb seien: „Wir werden den Praxiseinsatz erst fortsetzen, wenn wir nachhaltige und zertifizierte Rohstoffe in den erforderlichen Mengen sicherstellen können.“
(mb)

 

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