Energie & Umwelt

Automatisierung: Erfolgsfaktor Ressourceneffizienz

Automatisierung, Industrie, Produktion, Ressourceneffizienz

Einst waren die Motive für Automatisierung, also die Übertragung von Herstellungsprozessen vom Menschen auf Maschinen, rein wirtschaftlicher Natur. Es ging darum, möglichst viele Waren zu möglichst geringen Stückkosten herzustellen, um damit möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Ressourceneffizienz spielte dabei eine geringe Rolle. Das ist inzwischen anders, und zwar aus guten Gründen.

In der Automatisierung kommt es auf Kleinigkeiten an

Automatisierung, Industrie, Produktion, Ressourceneffizienz
In der Automatisierung kommt es auf jedes Zahnrädchen an. (Bild: Ryan McGuire / gratisopgraphy.com)

2015 schaffte es Industrie 4.0 erstmals unter die Top-Themen des Jahres. Das liegt unter anderem an der Entwicklung sogenannter „intelligenter Fabriken“ (engl. smart factories). Komplexe Anlagen, die Waren nicht nur in Großserie herstellen, sondern dabei möglichst materialsparend zu Werke gehen sollen. In der Automatisierung kommt es auf jedes Zahnrädchen beziehungsweise noch so kleine Bauteil an. Sichere Näherungsschalter beispielsweise sorgen für eine zuverlässige Erfassung langer Nocken oder Drehbewegungen und somit für hohe Produktivität und lange Lebensdauer von Industrieanlagen.

Ressourceneffizienz lohnt sich

In Zeiten, in denen steigende Rohstoffpreise erwartet werden, gewinnt das Thema Ressourceneffizienz gerade in der Automatisierung zunehmend an Bedeutung. Das wird der Branche selbst mehr und mehr bewusst. So zeigt eine Umfrage der VDI / VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik aus dem Jahr 2012: schon damals gingen weit über 40 Prozent der Branchenkenner davon aus, dass Energie- und Ressourceneffizienz für die kommenden Jahre die wichtigtsten Forschungsfelder sein werden.*

Diese Selbstverständnis beruht unter anderem auf der Erkenntnis, dass bislang kaum Einsparpotenziale genutzt wurden. So entfielen allein 2012 zirka 66 Prozent des industriellen Stromverbrauchs auf den Betrieb elektromotorischer Maschinen. Dem Fachverband Automation des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zufolge, laufen zum Beispiel allein in Deutschland etwa 35 Millionen alte Drehstrommotoren, von denen erfahrungsgemäß nur etwa 1,05 bis 1,4 Millionen pro Jahr modernisiert oder ausgetauscht werden. Hoch gerechnet dauert es demzufolge bis zum 2037, bis der Altbestand durch neue, sparsamere Modelle ersetzt würde. Und das, obwohl in puncto energieeffiziente Technologien der Return on Investement (ROI) – eingesparter Stromkosten sei Dank – normalerweise bereits nach ein bis drei Jahren eintritt.

* VDI / VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (Hrsg.): Ergebnisse der GMA-Umfrage 2012, Download der PDF möglich unter folgendem Kurzlink: http://bit.ly/1OA6kqw.

Christoph Schroeder

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