Technologie

Automatisierung: ohne smarte Maschinen läuft nichts

Ob in der Industrie beziehungsweise Produktion, Informations- und Kommunikations- (I&K) oder Dienstleistungsbranche: ohne Automatisierung läuft in all diesen Branchen und somit auch in unserer Volkswirtschaft nichts. Eine Tatsache, die auch der Finanzwelt nicht verborgen blieb. So mausern sich Unternehmen der Automatisierungstechnik zu attraktiven Anlagezielen. Vorausgesetzt sie verschlafen nicht die wichtigsten Trends innerhalb ihrer Branche.

Volumen im dreistelligen Milliardenbereich

Maschinen, Maschinenbau, Industrie
Gerade im Fertigungsbereich läuft ohne Maschinen nichts. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Maschinen sind auf dem Vormarsch. Selbstverständlich nicht überall, aber vor allem im Fertigungsbereich. Konsequenterweise profitieren davon Anbieter der Automatisierungstechnik, wie zum Beispiel Sercos International, Anbieter des Sercos Automatisierungsbussses. So hat, Analysten der Credit Suisse zufolge, der Weltmarkt für Industrieautomatisierung im Jahr 2013 ein Volumen von 152 Milliarden US-Dollar umfasst. Zudem ist dieser seit 2003 jährlich um zirka sechs Prozent gewachsen. Gut doppelt so stark wie die Industrieproduktion insgesamt. Dieses Wachstum dürfte sich aufgrund  der in China steigenden Nachfrage nach Robotern und anderer Industrieautomatisierungstechnik künftig fortsetzen.

Gut doppelt so stark wie die Industrieproduktion insgesamt. Dieses Wachstum dürfte sich aufgrund  der in China steigenden Nachfrage nach Robotern und anderer Industrieautomatisierungstechnik künftig fortsetzen.

Smarte Maschinen – diese drei Trends darf die Branche nicht verpassen!

Das alles setzt allerdings voraus, dass Unternehmen der Automatisierungsbranche die Entwicklung hin zu smarten Maschinen nicht verpasst. Folgende Trends weisen darauf hin:

1. Kontextuelle Systeme …

…, das heißt Systeme, die zu einem Objekt oder Ort weitere Informationen liefern oder diese virtuell „lebendig“ erscheinen lassen. Das der breiten Öffentlichkeit bekannteste Beispiel hierfür dürften die Google Glasses sein.

Der große Durchbruch allerdings wird aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken eine Weile auf sich warten müssen. Dafür haben sowohl  die US-amerikanische Sicherheitsbehörde NSA als auch die „Datenkraken“ aus der Internetwirtschaft Sorge getragen. Dennoch werden, mittel- und langfristig betrachtet, kontextuelle Systeme immer mehr an Bedeutung gewinnen.

2. Machine Learning

Kennen Sie noch „Jeopardy“? Die Quizshow mit „Wetten dass … !?“-Erfinder Frank Elstner, in der man zur vorgegebenen Antwort die dazugehörige Frage stellen musste. In Deutschland aufgrund mangelnden kommerziellen Erfolges schon längst abgesetzt ist sie in den USA weiterhin ein Quotenhit. 2011 schrieb die Show Fernsehgeschichte, weil ein von einem IT-Dienstleister entwickeltes Cognitive-Computing-System nicht lediglich an der Sendung teilnahm, sondern diese auch noch gewann.

Dieses Beispiel zeigt die Bedeutung von Machine Learning. Ziel ist es, die Intelligenz von Menschen und anderen Lebewesen in Computersysteme abzubilden. Dadurch soll eine Art von künstlicher Intelligenz entwickelt werden, die selbstständig in der Lage ist zu denken und Entscheidungen zu treffen. Ein Thema, das noch in den Kinderschuhen stecken mag, die Automatisierungsbranche aber in den nächsten Jahren antreiben wird.

3. Autonomic Automation

Autonomic Automation ist als Anwendungsfall von Machine Learning zu betrachten. Hierbei handelt es sich um ein auf Wissen zentriertes und Analysen basierendes Konzept zur optimalen Unterstützung des IT-Betriebs. Dabei werden die Vorteile sowohl menschlicher als auch maschineller Eigenschaften kombiniert und damit versucht deren Nachteile wieder wettzumachen. Der Vorteil: durch einen ständigen Lerneffekt entwickeln sich derart gestaltete Systeme ständig weiter und führen somit zu betriebsinternen Kostenoptimierungen. Autonomic Automation ist gerade für jene Unternehmen interessant, die ihren IT-Betrieb entlasten und das 80:20 Verhältnis (Wartung:Innovation) verbessern wollen.

Die Grenzen der Automatisierung

Für die Industrie erwarten Ökonomen einen globalen Aufschwung. Eine Tatsache, von der – wie eingangs erwähnt – naturgemäß Unternehmen aus dem Bereich Automatisierung profitieren werden. Daher gilt es, ob als Anleger oder als einfach am Thema Interessierter, den Markt und die darin stattfindenden Entwicklungen genau zu beobachten, und zwar mit Vorsicht! Denn Automatisierung hat ihre Grenzen.

Wie das Beispiel kontextuelle Systeme zeigt, ist nicht alles, was möglich ist sofort gewollt. Zudem wird der seit der Industrialisierung bestehende Konflikt zwischen Mensch und Maschine als Anbieter von Arbeitsleistung im Zeitalter der zunehmenden Automatisierung seine Fortführung finden. Dennoch werden weder smarte Maschinen noch Echtzeit-Ethernet-Lösungen für Steuerungssysteme des Anlagen- und Maschinenbaus aus dem Industriealltag wegzudenken sein.

Christoph Schroeder

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