Regionales

Baden-Württemberg: Kabinett beschließt Öko-Auditierung der Landesverwaltung

Der Ministerrat hat die Öko-Auditierung der Landesverwaltung beschlossen. „Die Landesregierung setzt hiermit einen weiteren Punkt aus der Koalitionsvereinbarung um und kommt zugleich ihrem Ziel der CO2-neutralen Landesverwaltung ein großes Stück näher“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller in Stuttgart.

Mit einer Öko-Auditierung wird ein umfassendes, organisationsbezogenes Umwelt- und Energiemanagementsystem eingeführt und eine umwelt- sowie energiebezogene Betriebsprüfung durchgeführt. Umweltleistungen und der Energieverbrauch einer Organisation können bewertet und kontinuierlich durch effektive Maßnahmen verbessert und gesenkt werden. „Hierdurch wird das Land seiner Vorbildfunktion für Wirtschaft und Gesellschaft gerecht“, so Minister Untersteller.

Die Einführung der Öko-Auditierung in der Landesverwaltung wird stufenweise erfolgen. Zuerst ist die Einführung eines zertifizierten Energieaudits bei allen Ministerien vorgesehen. „Wir beginnen mit dem Energiebereich, da dort die Einsparpotentiale am größten sind. So können mit Hilfe eines Energie-Audits beispielsweise der Strom- und Wärmeverbrauch in den Gebäuden der Landesverwaltung deutlich reduziert und der CO2-Ausstoß deutlich gemindert werden“, zeigte sich der Umweltminister überzeugt. In weiteren Schritten soll hieraus ein umfassendes Nachhaltigkeitsaudit mit integriertem Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement für die gesamte Landesverwaltung entwickelt werden. Das schrittweise Vorgehen ermöglicht, dass die relevanten Umweltbereiche und Themenfelder nacheinander und dadurch intensiver bearbeitet werden können und zugleich weniger Personal und Kosten gebunden werden.

Es wird angestrebt, diese erste Stufe bis Ende 2013 abzuschließen und anschließend den Umsetzungsprozess einer Evaluation zu unterziehen.

In der Landesverwaltung sind derzeit bereits das Umweltministerium, die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) sowie die Universität Tübingen (mit Ausnahme der Kliniken) nach der europäischen EMAS-Verordnung öko-auditiert. Im Laufe des Jahres 2012 werden die Hochschulen Esslingen und Heilbronn jeweils ihre EMAS-Validierungen abschließen. Die Universität Hohenheim und die Hochschule Nürtingen-Geislingen bereiten sich aktuell gemeinsam auf ihre EMAS-Validierungen vor. Diese sollen Anfang 2013 abgeschlossen werden.

Am Beispiel des Umweltministeriums kann aufgezeigt werden, wie der Stromverbrauch seit der EMAS-Erstvalidierung im Jahr 2002 kontinuierlich reduziert werden konnte. So sank der gemeinsam erfasste Stromverbrauch in den Gebäuden Kernerplatz 9 (UM) und Kernerplatz 10 (MLR) von 1.303.000 kWh im Jahr 2003 auf 1.156.000 kWh im Jahr 2010. Dies entspricht einer Einsparung um rund 150.000 kWh oder rund 13%.

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