Bauen & Wohnen

Baumanagement: Berliner Flughafen macht Mängel im System deutlich

Fast kein Tag vergeht ohne schlechte Nachrichten vom Bau des Berliner Flughafens. Wie Focus online berichtete, verzögert sich der Bau weiterhin und die Kostengrenze von 4,5 Milliarden wird deutlich überschritten. Friedhelm Lütz, Vorstandsvorsitzender der Bauorganisation Bauen mit Werten AG sieht in der Pannenserie eine Degeneration des Bauprozesses, der gerade bei öffentlichen Projekten zum Tragen kommt.

Pleiten und Pannen scheinen zum Alltag auf der Baustelle des Hauptstadt-Flughafens zu gehören. Nach Berichten der „Bild“-Zeitung legte Technik-Chef Horst Amann unlängst dem Projektausschuss eine Berechnung vor, nach der etwa 250 Millionen nicht berücksichtigt worden seien. Außerdem sollen viele Bauunternehmen nur teilweise bezahlt worden sein – einige sollen die Weiterarbeit verweigern. Für Friedhelm Lütz gehören Terminverschiebungen, Nachträge und Preiskampf zu den typischen Symptomen klassisch gesteuerter Bauprozesse. Gerade bei öffentlichen Bauprojekten, die viele Millionen Euro kosten, treten diese Probleme für alle sichtbar zutage. Lütz ist Initiator eines speziellen Projektmanagement-Systems mit dem selbst Großprojekte effizient gesteuert werden können.

Klassisches versus systemisches Baumanagement

Flughafen Berlin-Brandenburg-International
Foto: Marion Schmieding / Alexander Obst / Berliner Flughäfen

Die Probleme bei klassischen Bauprozessen liegen auf der Hand: Wenig Kooperation der Handwerker untereinander, Nacharbeiten verzögern den Terminplan und Kommunikationsdefizite an den Schnittstellen sorgen für Kompetenzgerangel. Auch egoistisches Denken und Gewinnmaximierung gehören zum Alltag auf Baustellen. Der Fehler steckt unserer Erfahrung nach im System. Die klassische Projektsteuerung sei für Bauprozesse nicht geeignet, da sie die Komplexität gar nicht berücksichtigen kann, erläutert er. Das von ihm entwickelte System ist deshalb ein „Lernendes“ und basiert auf Methoden des systemischen Managements. So wird der Komplexität und Unvorhersehbarkeit des Gesamtprozesses Rechnung getragen – auch und gerade bei Großprojekten. Positive Beispiele hierfür gibt es in Neuseeland und Australien.

Der Bauprozess bei Bauen mit Werten

Die Arbeitsweise mit dem von ihm entwickelten Projektmanagement-System beschreibt Initiator Lütz so: In Kompetenzteams arbeiten ab der Planungsphase Architekten, Fachplaner und Handwerker zusammen. Jeder Beteiligte setzt sich für das Gelingen des Bauvorhabens ein. „Präzision, Verantwortung, Zuverlässigkeit und Spitzenleistung sind die Werte, die jeder unserer Kompetenzpartner verwirklicht“ so Lütz. Durch ein spezielles Bewertungsverfahren stellt die Bauen mit Werten AG sicher, dass die ausgewählten Unternehmen zu den Besten ihrer Branche zählen. Entstehende Probleme werden zeitnah im interdisziplinären Team gelöst, das spart Zeit und damit Geld. „Mit dieser Managementmethode verkürzen wir den Gesamtprozess und können bis zu 40 Prozent der Kosten eines herkömmlichen Bauprozesses einsparen“ beschreibt er den Effekt. Das Ergebnis: Der Bauherr erhält eine qualitativ hochwertige Immobilie zu einem festgelegten Budget und Zeitpunkt. „Wir als Bauorganisation übernehmen Verantwortung in puncto Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von der Planungsphase bis zur Endabnahme“ erläutert Lütz.

Weiterführende Informationen auf www.bauenmitwerten.de

(Liv Kionka / Bauen mit Werten AG 2012)

Marc Brümmer

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