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Bayern: Wohnungsbaukonferenz „Wohnen im Ballungsraum München“ – dem zweitrentabelsten Immobilienmarkt Europas

München boomt. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) wird die Nachfrage nach Wohnraum in der Landeshauptstadt noch bis 2025 um einen zweistelligen Prozentwert wachsen. Das spiegelt sich auch in einer Studie der Beratungsgesellschaft pwc über die rentabelsten Liegenschaften in Europa wider: Demnach ist aus der Sicht von Immobilien-Anlegern zwar Istanbul derzeit das rentabelste Pflaster in Europa – für Mieter bedeutet dies im Gegenzug entsprechende Mietausgaben auf hohem Niveau – München folgt aber bereits auf Platz zwei, noch vor Warschau und Berlin. Erst dann Folgen Stockholm (5), Paris (6), Hamburg (7), Zürich (8), Moskau (9) und London (10).

Vor diesem Hintergrund wurde in München nun eine Wohnungsbaukonferenz "Wohnen im Ballungsraum München" abgehalten.

 "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass rasch mehr Wohnungen im Ballungsraum München gebaut werden", sagte Innenminister Joachim Herrmann zu Beginn der Wohnungsbaukonferenz in München. Um neue Ideen zur Bewältigung der Wohnungsmarktanspannungen im Ballungsraum München zu entwickeln, hatte der Innenminister Vertreter der Kommunen, Verbände, Bauträger, Wohnungsunternehmen sowie Geschäfts- und Förderbanken zum fachlichen Austausch eingeladen. Herrmann: "Die Staatsregierung verfolgt eine Wohnungspolitik mit Augenmaß, die den unterschiedlichen Interessen Rechnung trägt und darauf abzielt, so viel preisgünstigen Wohnraum wie möglich zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Auch die Landeshauptstadt und viele Umlandgemeinden engagieren sich ebenfalls ganz erheblich im Wohnungsbau. All diese bisherigen Aktivitäten sind richtig und wichtig. Und trotzdem müssen wir uns alle die Frage stellen: Was können wir darüber hinaus tun?".

Nach dem Einführungsvortrag des Innenministers hielten die Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk, der Präsident der Bayerischen Architektenkammer, Lutz Heese, der Direktor des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen (vdw) Bayern, Xaver Kroner, der Präsident des Bundesverbandes der Freien Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (BFW) Bayern, Andreas Eisele, die Vorsitzende des Mietervereins München, Beatrix Zurek, der Vorsitzende von Haus und Grund München, Rudolf Stürzer und der Erste Bürgermeister der Gemeinde Oberhaching, Stefan Schelle Impulsreferate. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion unter Einbeziehung des Fachpublikums statt.

Preisgünstiger Wohnraum wird in München und Umgebung im mehr zur Mangelware. Diese Entwicklung gefährdet die soziale Balance. Außerdem wird das lokale Wirtschaftswachstum dadurch beeinträchtigt. Die Staatsregierung steuert mit einer aktiven Wohnungspolitik dagegen. So erhält München im Rahmen der Wohnraumförderung regelmäßig mehr als ein Viertel der für ganz Bayern zur Verfügung stehenden Fördermittel. In den letzten zehn Jahren immerhin mehr als eine halbe Milliarde Euro. Auch mit dem Zweckentfremdungsrecht hat die Staatsregierung ein Instrument entwickelt, das sich gerade in der Landeshauptstadt als wirksames Werkzeug zur Sicherung von Wohnraum erwiesen hat. Zudem ermöglicht das bayerische Wohnungsbindungsrecht den Kommunen eine gezielte Belegung von preisgünstigem Wohnraum je nach Bedürftigkeit.

Über die Ergebnisse der Wohnungsbaukonferenz erfolgt eine gesonderte Mitteilung.

Hilfreich: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat einen bundesweiten Onlinerechner für Miet- und Wohnungspreise entwickelt, der Übertreibungen und Spekulationen anzeigt.

(mb)

 

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