Wirtschaft

BDI sieht Deutschland 2012 um mindestens 1,0% statt 0,7% wachsen

Einen Tag nach Veröffentlichung des Jahreswirtschaftsberichts 2012 durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), in dem die Bundesregierung ein Wirtschaftswachstum 2012 in Höhe von 0,7% prognostiziert, legte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) seine eigene Konjunkturschätzung vor. Der Branchenverband geht dabei von einem optimistischeren Szenario aus, das Wachstum werde mindestens 1,0% betragen. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Schuldenkrise nicht weiter ausweite und gravierende Schocks ausblieben. Dann würde die Wirtschaft insbesondere in der zweiten Jahreshälfte wieder Fahrt aufnehmen. Eine kurze Schwächephase nach zwei starken Boomjahren in Folge sei auch „nicht außergewöhnlich“, urteilt BDI-Präsident Keitel.

Die Wachstumsprognosen zu Jahresbeginn sind von Natur aus unsicher. So hatte die Bundesregierung beispielsweise in dem Jahreswirtschaftsbericht vom Januar 2011 für das zurückliegende Jahr ein Wachstum von 2,3% vorausgesagt. Trotz der sich verschärfenden Schuldenkrise zur Jahresmitte und der einschlafenden Weltkonjunktur sind es dann dennoch 3,0% geworden (2009: -4,7%, 2010: +3,7%).

Auch für den Export ist der BDI optimistischer als die Bundesregierung. Die Ausführen dürften demnach 2012 um 3% zulegen, Berlin erwartet 2%. Vor dem Hintergrund einer möglichen Kreditklemme für die Unternehmen aufgrund der Bankenmisere baut Keitel auf die Sparkassen und Volksbanken, die traditionell weniger stark mit dem Kapitalmarkt verflochten sind und sich somit als Stütze der Realwirtschaft und des Mittelstands erweisen.

(mb)

 

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