Energie & Umwelt

BEE fordert richtige Kalkulation des benötigten Netzausbaus

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert eine genauere Berechnung der Szenariorahmen für den Stromnetzausbau. Bislang würden wesentliche Möglichkeiten, den Netzausbaubedarf durch den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu verringern, vernachlässigt werden. „Der Netzausbau ist eine zentrale Stellschraube auf dem Weg zur Erneuerbaren Stromversorgung. Daher ist es um so wichtiger, die Parameter für den Netzentwicklungsplan richtig zu setzen. Hier sehen wir beim aktuellen Entwurf der Übertragungsnetzbetreiber noch erheblichen Nachbesserungsbedarf.“

Neben dem dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien würde auch der Zusammenschluss verschiedener Erzeugungskapazitäten in regenerativen (virtuellen) Kombikraftwerken eine spürbare Entlastung bei der Notwendigkeit eines Ausbaus der Stromnetze sorgen. Der Grund ist, dass ein flächendeckender Ausbau der Erneuerbaren Energien mehr lastnahe Kraftwerkskapazitäten in jeder einzelnen Region und damit weniger Bedarf an Fernübertragung großer Strommengen bedeutet, wodurch der Netzausbaubedarf signifikant sinke. Die Netzentlastung wird durch eine intelligente Steuerung der Stromabnehmer (smart grids) noch weiter verstärkt. Der BEE fordert: „Die Bundesnetzagentur muss als zuständige Behörde dafür sorgen, dass diese Faktoren zumindest in einem der drei gewählten Szenarien angemessen abgebildet werden. (…) Leider können wir bisher keine Ausrichtung der Netzausbau-Szenarien auf diese grundsätzlichen Punkte erkennen. Der heute fortgesetzte Dialog mit den Energieexperten der Verbände bietet die Chance, diese Leerstellen noch zu füllen.“ 

Der Netzentwicklungsplan Strom für das nächste Jahrzehnt (NEP) war im Juli veröffentlicht worden und zum Teil auf heftige Kritik gestoßen. Kritisiert wurden vor allem mehr Details zu den Prognosen für die Erzeugungskapazitäten in den nächsten zehn bis 20 Jahren, das 8-seitige Dokument habe wichtige Details vermissen lassen und berücksichtige auch die aktuellen energiepolitischen Ziele nicht vollständig.

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