Energie & Umwelt

Beratungsresistenter RWE-Chef Großmann im Kreuzfeuer der Kritik

Jürgen Großmann (59), Chef des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns RWE, sieht sich wegen seines kompromisslosen Pro-Atomkurs wachsender Kritik ausgesetzt – sogar aus den eigenen Reihen: Konzerninterne Spitzenmanager beklagen die mangelnde Wandlungsfähigkeit und wichtige Aktionäre meutern. Nicht nur, dass RWE der einzige Energiekonzern ist, der gegen das Atom-Memorandum der Bundesregierung klagen will, Großmann verweigert sich und seinem Konzern auch eine Strategie für die Zeit nach dem Ausstieg, wann immer dies auch sein mag. Diese fehlende Strategie für die Zeit nach der Atomkraft vermissen insbesondere auch wichtige Investoren. Die kommunalen Investoren halten 25 Prozent an dem Konzern. Genug, um gemeinsam mit den Gewerkschaften jede wichtige Entscheidung im Kontrollgremium blockieren zu können. So hatten beide bereits 2009 gemeinsam dafür gesorgt, dass RWE die Pläne für ein Atomkraftwerk im bulgarischen Erdbeben-Gebiet Belene auf Eis legen musste. Die Stadtverordneten in Dortmund, Mühlheim und Essen haben sich nun bereits offen für einen Wechsel an der Konzernspitze ausgesprochen. Durch das "konservative" Geschäftsmodell und das Zurückhinken in den wichtigen Zukunftsfeldern gefährde Großmann die Zukunft des Unternehmens und damit auch tausende Arbeitsplätze. Auch der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordert offen die Entlassung des Vorstandschefs. Die Restlaufzeit von Großmann als Atomboss scheint daher vorzeitig abzulaufen. Am heutigen Mittwoch findet in Essen die Hauptversammlung von RWE statt. Großmann selbst: "Wenn man auf einem Gipfel steht, geht es in jeder Richtung nur bergab." Diese prophetischen Worte sprach Großmann allerdings bereits einen Monat vor Fukushima.
 

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