Management

BGM – Psychosoziale Risiken und Stress

Stress, BGM

Stress ist wohl die Volkskrankheit Nummer eins. Jedes Jahr nimmt die Zahl der Burnout-Erkrankungen weiter zu. Stress ist einer der größten Auslöser für Fehltage und Krankmeldungen. Im Rahmen eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements muss also vor allem die Grundorganisation der Arbeitsgestaltung verbessert werden, um psychosoziale Risiken und stressbedingte Ausfälle zu minimieren. Durch ein strukturiertes Arbeitsmanagement kann derartigen Problemen vorgebeugt werden. Dies ist ein Beitrag aus der Themenreihe Mitarbeitergesundheit, welche im Juli 2016 auf AGITANO läuft.

Was versteht man unter psychosozialen Risiken und Stress

Psychosoziale Risiken ergeben sich aus den jeweiligen Arbeitsplatzanforderungen. Wenn einem Angestellten sehr hohe Ziele vorgegeben werden, kann dies zwar zu Stress und Überlastung führen, allerdings kann diese Zielvorgabe auch ein Ansporn sein. Bei richtiger Umsetzung entwickelt sich der Arbeitnehmer weiter und verbessert seine Fähigkeiten langfristig. Damit derartige Ziele jedoch nicht das Gegenteil bewirken, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Arbeitsumfeld entsprechend gestaltet wird. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen BGM.

Mitarbeiter, die mit schwierigen Aufgaben und hohen Zielvorgaben allein gelassen werden, beginnen schnell unter enormen Druck zu stehen. Auch die Art und Weise der Vermittlung dieser Zielvorgaben ist entscheidend. Der Vorgesetzte kann argumentieren, dass der ausgewählte Mitarbeiter sich am besten für diese Aufgaben eignet, ein hohes Vertrauen besitzt und bei guter Arbeitsleistung vielleicht sogar befördert wird. Er kann dem Angestellten Mut zusprechen und ihm vergewissern, dass es für Fragen immer einen Ansprechpartner gibt. Kurz gesagt: Die Aufgabe muss als Chance für den Arbeitnehmer verpackt sein und es müssen Wertschätzung, Vertrauen und Respekt vermittelt werden. Bei einer Zielvorgabe nach dem Motto „Friss es oder vergiss es“ wird oft nur das Gegenteil erreicht und der Angestellte leidet unter der neuen Aufgabe. Psychische und physische Belastungen sowie eventuelle Erkrankungen sind die Folge. Folgende Arbeitsbedingungen gilt es unbedingt zu vermeiden:

  • Unproduktive Kommunikation in Form von mangelnder Unterstützung und Ansprechpartnern
  • Übermäßige Arbeitsbelastung
  • Völliger Verzicht auf die Einbeziehung der Arbeitnehmer, wenn es um Entscheidungen geht, die auch diese betreffen
  • Mangelhaftes Arbeitsmanagement und keine klare Organisation
  • Unklare Anforderungen und Zuständigkeitsabgrenzungen

Folgen von falscher Arbeitsplatzgestaltung

Wenn der Mitarbeiter nicht ausreichend von der Führungsebene eingebunden wird, kann es zu teilweise schweren gesundheitlichen Auswirkungen kommen. Wenn die eigene Leistungsfähigkeit überschritten wird, empfinden die meisten Menschen Stress – sehr oft, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Folgen von Stress können nicht nur psychische Erkrankungen wie Burnout auslösen, sondern sich auch in physischen Belastungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Migräne oder Muskel-Skelett-Erkrankungen äußern.

BGM schafft hier Abhilfe. Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel und den drohenden Fachkräftemangel ist es für Unternehmen wichtiger denn je, Maßnahmen für die Mitarbeitergesundheit umzusetzen. Schließlich haben derartig belastete Mitarbeiter äußerst negative Auswirkungen auf die Unternehmensprozesse. Es kommt zu vermehrten Fehltagen, einer schlechteren Geschäftsentwicklung und einer höheren Unfallrate. Zusätzlich kommen Mitarbeiter krank zur Arbeit, wodurch sich die Fehlerquote erhöht. Im Sinne des BGM müssen Unternehmen zukünftig wesentlich stärker auf die Bedürfnisse Ihrer Angestellten achten, um Stress und dessen Folgen zu vermeiden. Gesundheit und Zufriedenheit haben schließlich für beide Seiten enorme Vorteile.

Markus Jergler

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