Personal

BIBB stellt 80 Konzepte zur Optimierung betrieblicher Ausbildung vor

Die betriebliche Berufsausbildung – gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – ist durch prognostizierten Fachkräftemangel, den wirtschaftlichen Wettbewerb und eine wachsende Studierendenquote von allen Seiten gefordert. Unter Federführung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden deshalb seit November 2010 in einem Modellprogramm Wege zur Steigerung und Sicherung der Qualität betrieblicher Berufsausbildung in Handwerk, Industrie und Dienstleistungsbereich entwickelt und erprobt. Als Ergebnis des Programms stehen nun 80 Konzepte und Instrumente zur Verfügung, um die Ausbildung in KMU zu unterstützen und zu optimieren.

Defizite frühzeitig erkennen und beheben

Baubranche, Handwerk, Ausbildung, Werkzeug
BIBB präsentiert 80 Konzepte, um die betriebliche Ausbildung zu optimieren. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Wichtiges Element der entwickelten Konzepte ist, dass Qualitätssicherung und -entwicklung in die Lehr- und Lernprozesse in den Betrieben integriert werden. Grundlegend hierfür sind Instrumente, mit denen sich die Beteiligten am Ausbildungsprozess gemeinsam auf Ziele verständigen und diese beispielsweise in Leitbildern definieren. Als wesentlich hat sich zudem herausgestellt, die Kommunikation zwischen den Auszubildenden und dem ausbildenden Personal im Betrieb zu intensivieren und systematisch zu gestalten. Gerade dadurch können Konflikte, Qualitäts- und Leistungsdefizite frühzeitig erkannt und behoben werden.

BIBB stellt praxisbewährte Materialien zu Verfügung

Die Erfahrung in den Modellversuchen hat gezeigt, dass Konflikte, die die Ausbildung gefährden, mithilfe regelmäßiger Feedback-Gespräche vermieden oder behoben werden konnten. Zudem zielen die Konzepte auf eine verbesserte Kooperation der Lernorte, um Lernen qualitätsvoll zu planen, zu gestalten und zu reflektieren. Hierfür stehen zum Abschluss des Modellprogramms nun praxisbewährte und einfach zu handhabende Materialien für Betriebe und Bildungsdienstleister zur Verfügung.

Die in und mit der Praxis entwickelten Instrumente und Konzepte wurden wissenschaftlich fundiert im Entwicklungsprozess begleitet und evaluiert. Hierfür waren das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verantwortlich.

In Kürze werden mehrere Veröffentlichungen für Praxis und Wissenschaft resultieren, darunter eine praxisorientierte Checkliste „Qualität der Berufsausbildung“, mit der Ausbildungsverantwortliche in Betrieben, Auszubildende und andere Akteure der betrieblichen Praxis darin unterstützt werden, die Qualität ihrer Ausbildung und deren Stellenwert zu erhöhen.


(Bundesinstituts für Berufsbildung, BIBB)

Christoph Schroeder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.