Erneuerbare Energien

Bioenergie: Forscher erfassen Auswirkungen der Biogastechnologie auf Biobetriebe

Die Bundesregierung hat sowohl bei der Bioenergienutzung als auch in Bezug auf den Ökolandbau hohe Ausbauziele. Beide zusammen sind noch besser erreichbar, wenn auch in Ökobetrieben mehr Bioenergie erzeugt wird.

Einen Beitrag dazu soll das Verbundvorhaben der Ecofys GmbH, der FiBL Projekte GmbH und der Universität Kassel leisten. Die 3 Partner wollen den aktuellen Kenntnisstand im Bereich „Biogasanlagen im ökologischen Landbau“ systematisch erfassen, vorhandene Forschungslücken schließen und weitergehenden Handlungsbedarf identifizieren.

Die Studie soll 2015 zur Verfügung stehen, ihre Erstellung wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert. Informationen und Ansprechpartner zum Projekt sind in der Projektdatenbank der FNR auf www.fnr.de, Menü Projekte & Förderung unter den Förderkennzeichen 22003312, 22021112 und 22021212 zu finden.

Die wenigen bislang vorliegenden Untersuchungen zum Betrieb von Biogasanlagen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben deuten darauf hin, dass die Anlagen den Betrieben deutliche Vorteile (Ertragssteigerungen und eine ökonomischere Verwertung des Gründüngers) bringen können.

Trotz dieser Vorzüge gibt es bislang deutschlandweit weniger als  200 Biogasanlagen auf Ökobetrieben. Die Gründe dafür liegen unter anderem in den wissenschaftlich nur unzureichend erfassten und kommunizierten Vorteilen. Auch erfordert der systembezogene Ansatz des Ökolandbaus eine differenziertere Bewertung der Leistungen einer Biogasanlage.

Diese Bewertung wollen die Partner in dem jetzt gestarteten Vorhaben vornehmen. Dazu führen sie u. a. Systemanalysen durch, die die gesamtbetrieblichen Auswirkungen der Biogastechnik erfassen. Auf der Agenda stehen außerdem Wirtschaftlichkeitsberechnungen und ökologische Analysen anhand von Modellanlagen. Die Ecofys GmbH wird sich schließlich mit der Frage beschäftigen, welcher technische Entwicklungsbedarf aus den im Ökolandbau typischen Substraten resultiert.

Ergänzend zur wissenschaftlichen Analyse sollen 50 Tiefeninterviews mit Akteuren aus dem Biogasbereich geführt werden. Für den Wissenstransfer ist schließlich die Etablierung eines möglichst dauerhaften Arbeitskreises „Biogas im Ökolandbau“ vorgesehen.

Quelle: FNR

Christoph Schroeder

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