Technologie

Bionische Revolution – technische Mikrolinsen aus dem Reagenzglas

Max-Planck-Forscher haben ein neues Verfahren zur Herstellung von Mikrolinsen entwickelt. Diese Kleinstlinsen kommen in der Technik überall dort zum Einsatz, wo optische Systeme und Messungen kleiner als im Millimeter-Maßstab benötigt werden. In der Informations- und Telekommunikationsbranche (IKT) werden sie beispielsweise genutzt, um Lichtsignale in Bündel von Glasfasern zu leiten. Die Herstellung dieser Mikrolinsen war bislang allerdings nur mittels Halbleiter-Technologie möglich und entsprechend teuer und aufwendig.

Herstellung nach dem Vorbild der Natur:
Die Max-Planck-Forscher haben sich nun zusammen mit Kollegen der Universität Konstanz und Partnern aus Südkorea einen Trick bei der Natur abgeschaut (Bionik), mit dem regelmäßig angeordnete Kalziumkarbonat-Linsen auf relativ einfache und billige Weise hergestellt werden können. Ausgehend von Beobachtungen an dem Schlangenstern Ophiocoma wendtii, einem Verwandten des Seesterns, entdeckten die Wissenschaftler, dass auf einer mit Kalzium gesättigten Lösung in wenigen Minuten bei Raumtemperatur winzig kleine Kalziumkarbonat-Strukturen entstehen, die nach ein bis zwei Stunden zu einem dünnen Film wachsen, aus denen sich nach der Beigabe einer organischen, oberflächenaktiven Substanz dann gleichförmige Halbkugeln bilden. Dadurch können regelmäßig angeordnete Mikrolinsen ohne viele Arbeitsschritte und ohne einen Reinraum sehr viel einfacher und billiger hergestellt werden. Die hohe Qualität der Mikrolinsen hat dabei selbst die Wissenschaftler überrascht. Sie konnten durch die Linsen klare Abbilder eines „A“ von der Größe eines tausendstel Millimeters beobachten.
(mb)

 

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