Wirtschaft

BMWi legt Unternehmensbefragung zum Fachkräftebedarf vor:

Bundeswirtschaftsminister Brüderle hat am Montag die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zum Fachkräftebedarf (Qualifizierungsmonitor) vorgelegt. Für die Untersuchung wurden rund 1.800 Unternehmen repräsentativ zu ihrer Ausbildungs- und Qualifizierungssituation sowie zu ihrem gegenwärtigen Fachkräftebedarf befragt. Demnach planen 21 % der befragten Unternehmen in 2011 ihr Ausbildungsangebot im Vergleich zu 2009 auszuweiten, 69 % gehen von einem gleich bleibenden Angebot aus und lediglich 10% rechnen mit einem Rückgang.

Brisant sind nun folgende Zahlen: Drei von vier Unternehmen sind bereit, Abstriche bei der gewünschten Qualifikation von Auszubildenden zu machen, dennoch blieben 2009 rund 75.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gut ein Drittel aller Unternehmen, die 2009 Fachkräfte gesucht haben, berichten von Rekrutierungsproblemen. Nach den Gründen für diese Engpässe befragt, wurde als vorrangige Ursache (87,6 %) ein Qualifikationsproblem, also unzureichende oder unpassende Qualifikationen genannt. Erst danach wird mit 64,1 % die zu geringe Anzahl der Bewerber genannt. Bundeswirtschaftsminister Brüderle: "Um das Qualifikationsproblem zu verringern, müssen Lösungsansätze in der Schulbildung, dem Berufsauswahlverhalten der Jugendlichen sowie einer bedarfsorientierten lebenslangen Weiterbildung gefunden werden. Hieran müssen alle Verantwortlichen mitwirken, um den Fachkräftebedarf zu decken."

Dieses Problem hat aktuell auch eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung ergeben: In kaum einem Industrieland ist die soziale Mobilität und die Chancengerechtigkeit so gering wie in Deutschland. Weniger als einem Prozent der Kinder aus Familien mit ungelernten Vätern gelingt es, selbst einmal in eine leitende Angestelltenposition zu kommen. Bei Kindern von leitenden Angestellten liegt der Wert bei 2/3. Vor dem Hintergrund des Facharbeitermangels ist dieses Brachliegen von Bildungsreserven nicht akzeptabel. Laut der FDP könnte durch den Facharbeitermangel ein jährlicher Schaden von 25 Mrd. Euro (!) entstehen. Der monetäre Anreiz zum Gegensteuern ist also geboten.

 

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