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Brasilien: Die am schnellsten wachsende IT-Nation der Welt

Rio, Zuckerhut, Brasilien
Rio de Janeiro mit Blick auf den Zuckerhut – Bild: (c) Dieter Hopf / pixelio.de

ITK-Umsätze im WM-Gastgeberland Brasilien legen 2014 um 10,4 Prozent zu / Branche wächst weltweit um 4,1 Prozent auf fast 3 Billionen Euro / Auf die USA entfällt der größte Marktanteil

Brasilien mit hohen Wachstumsraten im ITK-Umfeld

Fußball-WM-Gastgeber Brasilien hat den ersten Titel bereits sicher: Das Land ist in diesem Jahr die am schnellsten wachsende IT-Nation. Der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie und Telekommunikation wird 2014 voraussichtlich um 10,4 Prozent auf 122 Milliarden Euro zulegen. Im vergangenen Jahr lag Brasilien noch hinter Indien auf dem zweiten Platz. 2013 wuchs der indische ITK-Markt um 11,7 Prozent. In diesem Jahr erreicht Indien im Ranking nach Marktwachstum mit einem Plus von 7,8 Prozent auf 56 Milliarden Euro lediglich den dritten Platz hinter China mit einem Plus von 8,8 Prozent auf 303 Milliarden Euro. Das teilt der Hightech-Verband BITKOM auf Grundlage einer neuen Studie des European Information Technology Observatory (EITO) mit. „Die IT-Märkte der BRIC-Staaten wachsen mit Ausnahme Russlands weiter deutlich schneller als der Weltmarkt. Das sind gute Nachrichten für diese aufstrebenden Volkswirtschaften, da Digitalisierung zusätzliches Wachstum und damit Beschäftigung und Wohlstand schafft“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Weltweit wird die ITK-Branche voraussichtlich um 4,1 Prozent auf 2,96 Billionen Euro wachsen. Der Telekommunikationsmarkt legt dabei der Prognose zufolge mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 1,79 Billionen Euro überdurchschnittlich stark zu. Während die Umsätze mit TK-Infrastruktur um 7,6 Prozent auf 440 Milliarden Euro kräftig steigen, beträgt der Anstieg bei den Telekommunikationsdiensten nur 3,6 Prozent auf 1,35 Billionen Euro. Wachstumstreiber hier sind die mobilen Datendienste mit einem Plus von 11,1 Prozent auf 365 Milliarden Euro.

Die Informationstechnologie wächst der Prognose zufolge um 3,4 Prozent auf 1,17 Billionen Euro. Dabei gibt es eine große Spreizung zwischen den Segmenten. Während das Geschäft mit Software um 6,1 Prozent auf 313 Milliarden Euro zulegt, steigen die Umsätze mit IT-Hardware gerade einmal um 0,8 Prozent auf 354 Milliarden Euro. Bei den IT-Dienstleistungen beträgt das Plus 3,7 Prozent auf 506 Milliarden Euro.

USA: Größte Nation im globalen ITK-Markt

Den größten Anteil am globalen ITK-Markt hat 2014 mit fast 27 Prozent weiterhin die USA. Die EU kommt auf rund 21 Prozent, wobei Deutschland und Großbritannien mit einem weltweiten Marktanteil von jeweils 4,2 Prozent gleichauf liegen. Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China kommen zusammen auf 18 Prozent.

Der neue internationale EITO-Marktbericht ist online erhältlich: http://www.eito.com/internationalreports

Daten zur Umfrage

Hinweis zur Methodik: Den Marktprognosen liegen neueste Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. Das Wachstumsranking berücksichtigt 36 Länder, darunter alle EU-Mitgliedsstaaten. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO (www.eito.com) ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bitkom.org.

Oliver Foitzik

Ein Kommentar zu “Brasilien: Die am schnellsten wachsende IT-Nation der Welt

  1. Der stetig wachsende Bedarf nach mehr IT spiegelt auch die Möglichkeiten und die Flexibilität der neuen Märkte wider. In Deutschland hinken die Unternehmen derweil hinterher: Die traditionelle Standard-IT wird als gegeben hingenommen, vor Investitionen in innovative Produkte schrecken Unternehmen immer noch zurück. Die Umsätze sind im Vergleich nicht nur deshalb stark, weil die BRIC-Staaten aufzuholen haben, sondern auch weil Unternehmen in den „weiter entwickelten“ Staaten es sich mit der Standard-IT gemütlich gemacht haben. IT-Dienstleister investieren beispielsweise stark in Standorte in Brasilien, weil dort die Skepsis gegenüber innovativen IT-Produkten lange nicht so hoch ist. Für die etablierten Unternehmen – zum Beispiel in Deutschland – wird das schon heute zum Wettbewerbsnachteil.

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