Wirtschaft

Briten mit härtestem Korruptionsgesetz weltweit – auch deutscher Mittelstand betroffen

Großbritannien hat sich selbst das härteste Korruptionsgesetz der Welt gegeben. Davon ist seit Anfang Juli auch jedes ausländische Unternehmen betroffen, das in irgend einer Weise Geschäfte mit der Insel macht, selbst wenn nur Waren in das Vereinigte Königreich exportiert werden. Justizminister Kenneth Clarke: „Der Bribery Act wird unseren Ruf wiederherstellen, beim Kampf gegen Korruption eine weltweit führende Rolle zu spielen.“ Aufgrund des internationalen Geltungsanspruchs können sich Unternehmen künftig weltweit nach britischem Recht strafbar machen. Eine Gerichtsverhandlung vor britischen Gerichten kann dann schnell sehr teuer werden. Dies gilt auch für die rund 2.500 deutschen Mittelständler, die Geschäftskontakte mit der Insel unterhalten. So kann beispielsweise die Bestechung durch eine Auslandstochter vor Ort zu einer Anklage führen, wenn das Unternehmen selbst auch nach Britannien exportiert. Dabei muss kein Brite in die ganzen Vorfälle verwickelt sein und der Tatbestand auch nicht auf britischem Terrain stattfinden. Das gilt selbst dann, wenn der Täter gar nicht im Haus beschäftigt, sondern lediglich Geschäftspartner ist. Allerdings wird unter bestimmten Voraussetzungen auch Milde geübt: Wer nachweisen kann, dass er sich bemüht, Korruption zu vermeiden (Anti-Korruptionsstrategie und Selbstanzeigen bei intern aufgedeckten Fällen), geht straffrei aus.
 

 

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