Wirtschaft

Bundesbank: Keine Kreditklemme für die deutsche Wirtschaft

Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret hat die Sorgen vor einer möglichen Kreditklemme für deutsche Unternehmen zerstreut. Vor dem Hintergrund des hohen Refinanzierungsbedarfs der Staaten und dem erhöhten Kapitalbedarf für Banken (höhere Eigenkapitalvorschriften) war unter Umständen eine Verknappung des Kreditangebots für die Wirtschaft befürchtet worden. Dem hat Dembret nun widersprochen: Derzeit seien keine allgemeinen Anzeichen einer Kreditklemme auszumachen. „Die bisher bekanntgewordenen Pläne deutscher Banken lassen die Gefahr eines übermäßigen Abbaus von Krediten nicht erkennen. In den Euro-Peripherieländern sowie in Italien und Spanien hingegen ist die Lage deutlich angespannter.“ Allerdings äußerte Dembret auch mahnende Worte, dass der notwendige Umbau des Finanzsystems, um mit künftigen Bankenkrisen besser fertig werden zu können, nicht zum Nullpreis zu haben sei: Der „keineswegs auf den Finanzsektor beschränkte Prozess der Bilanzbereinigung, aber auch die notwendige Stärkung der Widerstandskraft unserer Volkswirtschaften gegenüber Bankenkrisen wird nicht ohne vorübergehende Einbußen bei der wirtschaftlichen Dynamik zu haben sein“. Dieser Anpassungsprozess sei allerdings ohne Alternative und müsse ohne Verzögerungen weiterlaufen.  Es sei wichtig, den Bankensektor zu bereinigen und zu stärken. Japan sei ein warnendes Beispiel für eine verschleppte Sanierung: „Es kommt für die Banken jetzt darauf an, sämtliche Möglichkeiten zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit auszuschöpfen. Dazu gehören die Einbehaltung von Gewinnen, die Kürzung von Dividenden, eine erneute Überprüfung der Vergütungsstrukturen inklusive Zurückhaltung bei den Bonuszahlungen, der Verkauf von Tochtergesellschaften sowie die Härtung und Erhöhung des Eigenkapitals.“

 

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