Wirtschaft

Bundesfinanzhof verlangt von Metzgern und Pizzadiensten Milliardennachzahlung

Ein neues Urteil vom Bundesfinanzhof (BFH) lässt Metzger, Bäcker und Pizzadienste hochschrecken: Auf sie kommen Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe zu. Grund ist, dass die betroffenen Betriebe in der Regel den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% berechnet haben, da es sich ja um Lebensmittel handelt, die steuerlich begünstigt sind. Der BFH urteilte jedoch, dass sobald auch nur ein einziges „zusätzliches Dienstleistungselement“ zu dem Essen hinzukommt, der volle Mehrwertsteuersatz von 19% zu bezahlen sei.

Laut Winfried Becker, dem Bundesvorsitzenden des Netzwerks Steuerberatung im Handwerk, müssen allein die Metzger und Bäcker rund eine Milliarde Euro Umsatzsteuer für die vergangenen fünf Jahre nachzahlen, falls die Finanzämter das BFH-Urteil flächendeckend anwenden. Auch die Pizzadienste hätten mit Nachforderungen in einer ähnlichen Dimension zu rechnen.

Um die bisherige Praxis mit den neuem Urteil in Einklang zu bringen, soll nun eine Arbeitsgruppe von Steuerexperten des Bundes und der Länder den Geltungsbereichen zwischen dem ermäßigten und dem vollen Mehrwertsteuersatz überprüfen und genauer definieren. Zudem soll eine Lösung erarbeitet werden, wie sich die Diskrepanzen aus der alten Praxis und den neuen Urteilen überbrücken lassen.

(mb)

 

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