Energie & Umwelt

Bundesnetzagentur verzichtet auf geplantes Reserve-AKW

Die Bundesregierung hatte im Zuge der Energiewende und dem kompletten Atomausstieg bis 2022 geplant, zunächst eines der acht abgeschalteten AKW als stille Kaltreserve für mögliche Engpässe im Winter zu halten. Die Bundesnetzagentur hat diesen Plan nun zurückgewiesen. Sollte der Strom im Winter knapp werden, dann sollten lieber Kohle- und Gaskraftwerke im Südwesten in Bereitschaft bleiben und die Engpässe überbrücken. Die Bundesnetzagentur hatte im Juni von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, bis Anfang September eine Entscheidung hierüber zu treffen. Obwohl die Situation laut dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, noch für mehrere Jahre angespannt bleiben dürfte, bleibe es „uns erspart, ein Kernkraftwerk zu reaktivieren“. Grund für den Sinneswandel ist eine Entscheidung der Landesregierung in Baden-Württemberg. Demnach dürfen in dem Großkohlekraftwerk in Mannheim fünf statt bisher vier Blöcke gleichzeitig in Betrieb sein. Insgesamt stünden damit mehrere Kohle- und Gaskraftwerke zur Verfügung, die in Extremsituationen ausreichend Strom liefern könnten. Damit wurde der Weg frei, dass es keines der acht ältesten AKW im „Stand-By“-Betrieb bleiben muss. „Insgesamt haben wir in Deutschland zusätzliche, gesichert zur Verfügung stehende Reservekapazitäten in Höhe von 1.009 Megawatt sowie sicher zur Verfügung stehende Reserveleistung in Österreich in Höhe von 1.075 Megawatt ermittelt“, so Kurth. Ein AKW als Kaltreserve kostet rund 50 Millionen Euro jährlich. Zudem ist nicht gewährleistet, dass das AKW im Fall von Engpässen rechtzeitig wieder angefahren werden kann und den benötigten Strom liefert.
 

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