Wirtschaft

Bundeswirtschaftsminister Brüderle fordert eine Deutsche Rohstoff AG

Deutschland importiert pro Jahr Rohstoffe im Wert von rund 84 Milliarden Euro (22 Mrd. Metalle und für 62 Mrd. Energierohstoffe)und ist damit einer der größten Rohstoffverbraucher weltweit – und bei wichtigen Hightechmetallen komplett auf Importe angewiesen. Wurden zu Beginn der 1990er Jahre noch ein Drittel der weltweit verfügbaren Seltenen Erden in den USA abgebaut, werden die aufwendig zu fördernden, da giftigen Metalle nunmehr zu 97% in China abgebaut. China hatte die Exportquoten nun in diesem Jahr bereits um rund 40% im Vergleich zum Vorjahr gesenkt, vornehmlich um die eigenen Ressourcen zu schonen. Medien berichten von weiteren geplanten Kürzungen von 30% in 2011. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat die Wirtschaft nun zur Gründung einer "Deutschen Rohstoff AG" aufgefordert, die sich bei der Suche und Erschließung von Rohstoffquellen engagieren soll. "Steigende Rohstoffpreise eröffnen neue Geschäftsmodelle. Hier werden die Claims der Zukunft abgesteckt. Dazu brauchen wir mutige Unternehmer. Die können eigene Abbauprojekte auf den Weg bringen. Auch die Beteiligung an anderen Rohstoffkonzernen ist ein Weg." BDI-Präsident Keitel ergänzte: "Wir sollten uns fragen, ob China nicht zu Recht sagt, wir wollen unsere Rohstoffe nicht in erster Linie gegen Geld verkaufen." China sei an Technologie interessiert – und Technologie sei die eigentliche Währung der Deutschen. Rasche Ergebnisse vorderte ThyssenKrupp-Vorstand Eichler: "Wir haben keine Zeit mehr, um endlos weiter zu diskutieren. Wir brauchen Lösungen, und zwar jetzt." Ende Oktober hatte die Bundesregierung bereits eine neue Rohstoffstrategie verabschiedet. Hauptaugenmerk ist eine Stärkung der Partnerschaften mit rohstoffreichen Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Wirtschaftsministerium, das Auswärtige Amt und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sollen hierfür strategisch zusammenarbeiten. Anfang Oktober hatte berits die deutsche Rohstoffagentur zur Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe eröffnet.

 

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