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Burnout wirksam vermeiden – Die 3 Phasen eines Burnouts

… aus der wöchentlichen Kolumne „Steigern Sie Ihre Unternehmensfitness – Wie Sie Ihre körperliche und mentale Leistungskraft als unschlagbaren Erfolgsfaktor entwickeln“ von Brigitta Kemner.

Brigitta Kemner, Geschäftsführerin des Institust für körperliche und mentale Leistungskraft, hat in ihren letzten beiden Kolumnen bereits thematisiert, wie ein Burnout-Syndrom entsteht sowie welche Faktoren ein Burnout begünstigen und wie man diesen präventiv begegnen kann. In dem folgenden Beitrag legt sie nun die drei Phasen dar, die ein Burnout-Syndrom charakterisieren.

Auch, wenn Burnout mittlerweile schon zur Modekrankheit geworden ist, sind gerade die „Kern-Know How-Träger“ unserer Gesellschaft ernsthaft davon betroffen. Die Beschwerden werden aber gerade von dieser Gruppe eher verdrängt und nicht öffentlich gemacht. Das führt häufig dazu, dass erst die letzte Phase des Burnouts Beachtung erhält, weil es dann nicht mehr anders geht. Leider ist dann nicht mehr zu vermeiden, dass der Betroffene einschneidende Veränderungen in seinem Leben vornehmen muss und für eine lange Zeit aus dem Beruf ausscheidet.

Es gibt drei Hauptmerkmale, die ein Burnout auszeichnen:

  • Abnehmende Leistungsfähigkeit: Sie tritt oft erst dann ein, wenn das Burnout schon sehr weit fortgeschritten ist. Das ist auch der Grund, warum viele Betroffene jahrelang einfach weiter arbeiten und persönlich immer mehr Schaden nehmen.
  • Chronische emotionale Erschöpfung in Form von Kraftlosigkeit, Erschöpfung, Müdigkeit, Unzufriedenheit, Lustlosigkeit.
  • Reduziertes Engagement für Menschen (Kunden, Mitarbeiter, Freunde, Partner, Familie) und Distanzierung vom Leben. Das Interesse am Leben nimmt stark ab.

Diese drei Merkmale sind von Mensch zu Mensch durchaus unterschiedlich ausgeprägt.

Zudem wird ein Burnout durch drei Phasen gekennzeichnet:

1. Phase: Überaktivität und Ärger

Die Arbeit nimmt einen großen Teil des Lebens ein und bestimmt das Privatleben. Es wird viel Kraft und Energie investiert. Diese Phase kann Jahre dauern und wird oft nicht bemerkt, da die Investition anfangs sogar mit viel Freude und Enthusiasmus geschieht.

Der Betroffene fühlt sich oft noch gut, wird durch seine Erfolge gestärkt und würde der Diagnose meist keinen Glauben schenken. Die eigene Belastbarkeit scheint unbegrenzt, wenn es darum geht, die Dinge nach vorne zu bringen. Oft führt es zu Aggressivität, wenn dann alles nicht so mitspielt, wie geplant.

Typische Gefühle sind: Stolz, Verbissenheit, Unentbehrlichkeit, Gereiztheit, Misstrauen, Unruhe, Wut.

 

2. Phase: Rückzug und Flucht

Nach dem Einsatz grenzenloser Energie, erfährt der Betroffene in dieser Phase immer wieder innere und äußere Dämpfer und Enttäuschungen.
Die Gesundheit meldet sich zu Wort.
Die Auswirkungen können den gesamten Körper betreffen:
Herzrasen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüche, Alpträume, Magengeschwüre, sexuelle Unlust, Tinnitus, Zähneknirschen, Schlafstörungen, Schulter-Arm Syndrom, Muskelverspannungen und Krämpfe, Brustenge oder sogar Bandscheibenvorfälle können auftreten.

Hier entsteht eine innere Angst, Mitmenschlichkeit verringert sich, oft wird versucht, sich vor Enttäuschen durch Kompensationsstrategien zu schützen (übermäßiger Sport, Alkohol, Distanzierung…).
Die Schuld wird oft anderen Personen überschrieben, und der Betroffene versucht letztendlich mit „Dienst nach Vorschrift“ seine Situation zu bessern. Gelingt das nicht, leidet er psychisch immer mehr unter seiner Zerrissenheit. Alle Versuche, eine neue Lebensbalance herzustellen, scheitern.
Typische Gefühle sind: Erschöpfung, Arbeitsunlust, innere Leere, Überforderung, Versagensgefühle, Angst, Abstumpfung.

3. Phase: Passivität

In dieser Phase isoliert sich der Betroffene, er fühlt sich antriebslos und gelähmt. Oft wird diese Phase durch Depressionen oder Sucht begleitet, was die Diagnose erschwert. Das allgemeine Desinteresse und die Gefühlstaubheit führt zur Aufgabe von Hobbys und kann auch die Partnerschaft kosten. Häufig wird erst dann wirklich Hilfe angenommen, wenn die Symptome so offensichtlich werden, dass ein normales Leben nicht mehr möglich ist. Oft ist ein völliger Zusammenbruch Kennzeichen dieser Phase.
Typische Gefühle sind: Verzweiflung, Hilflosigkeit, große Einsamkeit bis hin zu Selbstmordgedanken.

Ihre Brigitta Kemner

 

Zur Autorin:

Brigitta Kemner ist Expertin für Motivation, körperliche & mentale Fitness und Work-Life-Balance.

Als ehemalige Hochleistungssportlerin und westdeutsche Junioren-Meisterin im Marathon steht sie für Ausdauer, Motivation, mentale Fitness, Stärke und Leistungskraft. Parallel zu ihrer aktiven Karriere gründete sie 2001 ihr eigenes Beratungsunternehmen, welches Sie bis heute erfolgreich führt.

Die WEGmacherin begleitet als Coach und Seminarleiterin Manager, Führungskräfte, Teams, Unternehmer und Privatpersonen bei Veränderungen in Bezug auf körperliche und mentale Leistungskraft. Ihre Themen sind: Performance steigern und sichern, mentale und körperliche Lifetime-Fitness, Burnout-Prävention, Burnout, Selbstmanagement, Führungsstärke, innere Balance, Persönlichkeitsentwicklung, Konfliktlösung, Motivation, Neuorientierung und Erfüllung finden, innere Blockaden lösen. Weiterhin ist sie Keynote Speakerin und Rednerin.

Mehr zu ihr finden Sie unter www.brigitta-kemner.com, 5-Sterne-Redner und auf ihrem AGITANO-Expertenprofil.

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