Management

Business Networking – Interview mit Johannes Jacop, Yatta Solutions GmbH

Am Donnerstag, 13.10.2011, fand der 55. Roundtable des MUK-IT zum Thema "Wie ich mein Networking verbessern kann" statt. Hierzu wurden ausgewählte Führungskräfte und Unternehmer über Ihre Erfahrungen im “Business Networking” interviewt.

Das zwölfte Interview dieser Gesprächsrunde wurde mit Johannes Jacop, Geschäftsführer der Yatta Solutions GmbH, geführt.

 

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Mein Name ist Johannes Jacop und ich leite gemeinsam mit Dr. Christian Schneider die Yatta Solutions GmbH. Die Yatta Solutions ist ein Software- und Beratungshaus mit den Schwerpunkten modell-basierte Softwareentwicklung, agiles Projektmanagement, Eclipse- und Java-Technologien.

Unsere Spezialität ist die Werkzeugunterstützung für Analyse, Design und Implementierung sowie für Migration, Reverse und Re-Engineering komplexer Softwareprojekte.

2. Was bedeutet für Sie “Networking”?

„Networking“ gehört für jeden Unternehmer zum Handwerkszeug, es beschreibt den Aufbau und die Pflege persönlicher Beziehungen. Die Instrumente mögen sich durch die neuen Medien verändert oder erweitert haben, das Ziel ist dasselbe geblieben.

Lee Iacocca, ein US-amerikanischer Manager aus der Automobilindustrie, sagte hierzu einst: „Business ist nichts anderes als ein Knäuel menschlicher Beziehungen.“

3. Inwieweit ist für Sie ein funktionierendes Business Netzwerk wichtig und wie pflegen Sie dies?

Bei einem Vortrag anlässlich des Elephants-Dinners zur CeBIT 2010 erzählte Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG, davon, wie oft Messen und Konferenzen durch die Entwicklung virtueller Marktplätze totgesagt wurden. Das Gegenteil sei der Fall: „Geschäfte werden weiterhin zwischen Menschen gemacht.“

Das gilt besonders für den Bereich der Individualsoftwareentwicklung und für die Beratung. Es geht um Vertrauen. Um eine solche Vertrauensbeziehung aufzubauen, bemühe ich mich um einen aktiven Gedankenaustausch, versuche stets ein offenes Ohr für die Belange anderer zu haben und nutze hierzu auch das volle Spektrum der modernen Medien. Trotzdem ist es für mich wichtig die Menschen auch persönlich kennenzulernen. Hierzu versuche ich auch aktiv, Gelegenheiten zum persönlichen Treffen zu schaffen – sei es am Rande einer Messe, einer Konferenz oder eines Termins.

4. In welchem Rahmen nutzen Sie Ihr eigenes Business Netzwerk und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Beim „Networking“ geht es mir nicht nur um die Kontaktpflege zur Geschäftsanbahnung, sondern auch um den „Blick über den Tellerrand“ hinaus. Denn hieraus ziehe ich gerade als Jungunternehmer wichtige Impulse für unsere eigene Entwicklung.

Sich mit anderen Entscheidern beispielsweise zu Markt- und Geschäftsentwicklungen, unternehmerischen Herausforderungen und andere Belange der Unternehmensführung auszutauschen, ist für mich sehr wertvoll. Darüber hinaus spielt für uns das Networking auch bei der Besetzung von Spitzenpositionen und der Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Lieferanten eine große Rolle.

Kurzum, gutes Networking trägt positiv zu allen Bereichen unserer Wertschöpfungskette und zur persönlichen Weiterentwicklung bei. Eine Erfahrung, die ich dabei gemacht habe, ist, dass die Grenzen zwischen meinem „Business“ Netzwerk und dem „privaten“ Bekanntenkreis verschwimmen.

 

5. Nutzen Sie auch virtuelle Netzwerk, wie Facebook & Co.? Wenn ja, in welcher Form und welche Erkenntnisse haben Sie hier gewonnen?

Inzwischen nutze ich fast die volle Bandbreite neuer sozialer Medien: LinkedIn, Twitter, Facebook, Xing, selbst Google+. Das sind für mich auch keine „virtuellen“ Netzwerke. Vielmehr vernetze ich mich (fast) nur mit Menschen, denen ich bereits persönlich begegnet bin oder mit denen ich regelmäßig austausche.

Xing und LinkedIn sind in erster Linie erweiterte Adressbücher und unterstützen die Kontaktanbahnung durch – leicht zu identifizierende – gemeinsame Bekannte. Facebook, Google+ und Twitter sind hingegen neue innovative Medienkanäle. Aus meiner Sicht ersetzen sie zunehmend Newsletter und klassische Medien. Sie bieten herausragende Möglichkeiten, Feedback von Kunden einzuholen und Geschäftspartner einzubinden oder zu empfehlen.

Insgesamt gilt, dass ein zusätzliches soziales Medium, nur wenig Mehraufwand verursacht. Wenn man aber Qualität und Aktualität von Inhalten nicht gewährleisten kann oder will, dann sollte man auf soziale Medien lieber gänzlich verzichten.

Für mich sind sie inzwischen für den regelmäßigen, schnellen Austausch unverzichtbar geworden. Sie ergänzen schlicht meine Mittel mit anderen Menschen in Kontakt zu treten – nicht virtuell, sondern tatsächlich und sehr real.

6. Wie organisieren Sie das Networking / Beziehungsmanagement unter den Mitarbeitern im eigenen Unternehmen und wie wird dieses gefördert?

Teamgeist ist uns sehr wichtig. Die Grundlage hiervon sind aber gemeinsame Werte und Ziele sowie Teilhabe an Erfolg und Verantwortung. Die Instrumente sind dann fast schon zweitrangig. Als kleines mittelständisches Unternehmen pflegen ohnehin ein sehr persönliches und freundschaftliches Verhältnis zueinander.

Wir nutzen intern zwar auch moderne Medien wie Twitter, Facebook und Google+ – gerade auf Dienstreisen –, die Basis für unsere Kommunikation bilden aber direkte Gespräche, wöchentliche Stand-Up-Meetings und unsere Open-Door Policy.

Je größer ein Unternehmen wird, desto mehr halte ich aber die Einbeziehung moderner sozialer Medien zur Unterstützung der internen Kommunikation. Der „Consumeration“-Trend zeigt meines Erachtens eindeutig in diese Richtung. Auch gemeinsame Events können erheblich zum Team Building beitragen.

7. Was würden Sie anderen Führungskräften und Unternehmern in Sachen Business Networking mit auf den Weg geben?

Treten Sie authentisch auf und haben Sie keine Scheu. Seien Sie da, wo Ihre Kunden und Partner sind, wagen Sie aber auch den Blick über den Tellerrand. Nutzen Sie die Möglichkeiten der neuen Medien, wo es sinnvoll ist, und konzentrieren Sie Ihr Networking auf Menschen, die Sie interessieren und die sie interessant finden. „Networking“ basiert auf gegenseitigem Geben und Nehmen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Lutz Steffen (MUK-IT) und Oliver Foitzik (AGITANO-Redaktion / FOMACO).

 

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