Energie & Umwelt

CCS-Pilotprojekt in Brandenburg gestartet

Die CO2-Abtrennung aus der Verstromung von Kohle und die unterirdische Speicherung in Gesteinsschichten wird als CCS abgekürzt, für „Carbon Capture and Storage“. Die Technologie ist äußerst umstritten. Die Kohlekraftwerksbetreiber argumentieren, dass wegen der knappen und teuren CO2-Verschmutzungsrechte die Kohleverstromung ohne die Technik in absehbarer Zeit nicht mehr wirtschaftlich sein könne. Die CCS-Technik würde zudem helfen, die Klimaschutzziele einzuhalten. Als Kritiker positioniert sich unter anderem die Wasserwirtschaft, die eingehend vor den Gefahren der CO2-Speicherung warnt. Demnach kann das Einpressen des Kohlendioxids zu unkalkulierbaren Risiken für das Trinkwasser und zu einer „irreversiblen Kontamination“ des Grundwassers mit Schadstoffen führen. Nun hat der Energieriese Vattenfall am Mittwoch im brandenburgischen Ketzin einen Pilotversuch zur CCS-Speicherung gestartet. Ein Tanklastzug brachte dafür 23 Tonnen flüssiges CO2 aus der Vattenfall-Pilotanlage Schwarze Pumpe nach Ketzin, das in den kommenden vier Wochen in den 650 Meter tiefen Gesteinsschichten unterirdisch verpresst werden soll. Insgesamt sollen so 2.000 Tonnen CO2 verpresst werden, um zu beobachten, „wie sich das CO2 unter der Erde ausbreitet und welche Wechselwirkung es mit dem unterirdischen Gestein eingeht“, so Michael Kühn, der Leiter des GFZ-Zentrums für CO2-Speicherung. Die schwarz-gelbe Koalition hatte Mitte April mit einem Entwurf für ein sogenanntes CCS-Gesetz den Weg für die umstrittene Technik geebnet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte unterdessen erneut den sofortigen Stopp der unterirdischen CO2-Speicherung. „Das ist ein verantwortungsloses Vorgehen. Die Landesregierung spielt mit dem Leben der Bürger.“ Forschung und Wissenschaft würden längst noch nicht über genügend Erkenntnisse verfügen, welche Auswirkungen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid habe.

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