Energie & Umwelt

Chinesisches Gras zum Heizen, Bauen, als Energieträger und Kunststoff

Das Chinagras Miscanthus ist enorm vielseitig: Der regenerative Rohstoff dient sowohl als Grundstoff für biologische Kunststoffe, als Baumaterial, zum Heizen und auch zur Herstellung von Wasserstoffgas als Energieträger. Damit hat das leicht kultivierbare Grün das Potential, die fossilen Energieträger Erdöl, Kohle und Ergas nicht nur in der Energieversorgung sondern auch in Industrieprodukten zu ersetzen. Ein wichtiges Augenmerk der an dieser Biomasse forschenden Universität Bonn ist es jedoch, dass die Produktion von Pflanzen zur Energiegewinnung nicht in Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion tritt. Dafür muss die Biomasse möglichst schnell wachsen, möglichst wenig Platz benötigen und einen möglichst hohen Ertrag haben. Das chinesische Gras gilt dabei als Turbo-Gras. Miscanthus wächst im Frühjahr bis zu fünf Zentimeter am Tag und ist mehrjährig. Man pflanzt sie einmal und kann sie dann über zwanzig Jahre lang nutzen. Die Nutzungseffizienz lässt sich an dem Mehrwert an Energie ablesen: Bei Raps, der in Europa am häufigsten als Energieträger genutzt wird, ist das Verhältnis zwischen der Energie, die man hineinstecken muss und der die man hinausbekommt nur eins zu zwei. Bei Miscanthus hingegen ist es eins zu fünfzehn. Gehäckselt und als Pellets gepresst ergibt das pro Jahr und Hektar soviel brennbares Material wie etwa 8.000 Liter Heizöl. Das Chinagras bietet auch den Grundstoff für einen Leichtbeton, als Dämmstoff, zum Dachdecken und sogar für Kunststoffe.

 
 

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